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Schillerplatz

Laubenzwang für Gläser

WM-Weindorf öffnet unter Sonderbedingungen
 

Stuttgart - Am Freitag hat das WM-Weindorf auf dem Schillerplatz seine Lauben geöffnet. Dabei ist alles ein bisschen anders als sonst: Der Umfang ist reduziert, die Dauer verlängert, Wirte haben sich zusammengeschlossen - und Viertelesschlotzer müssen aus Sicherheitsgründen auf Gläser als Souvenir verzichten.



"Wir wollen den Besuchern zeigen, was schwäbische Gemütlichkeit, Wein und Essen sind", kündigt Alfred Baumhauer, Vorsitzender des veranstaltenden Pro-Stuttgart-Verkehrsvereins, launig an. Man wolle Botschafter von Stadt und Region sein.



Ganz einfach wird das freilich nicht in Zeiten einer Fußball-Weltmeisterschaft. Zigtausend Besucher werden in der Innenstadt erwartet, die auf dem Weindorf auf eine "Oase der Ruhe" treffen sollen. Darüber, wie die aussehen soll, gingen die Meinungen aber auseinander. Dass man komplett auf Fernseher verzichtet, haben einige Wirte nur ungern geschluckt. Schwieriger waren jedoch die Verhandlungen mit der Stadt. "Da hatten wir einige Diskussionen", sagt Baumhauer. Herausgekommen sei jedoch ein vertretbarer Kompromiss.



In einem Punkt dürfen sich Betreiber und Wirte als Sieger fühlen: Für das Weindorf gibt es eine Ausnahme vom bundesweiten Glasverbot bei Fan-Veranstaltungen. "Sonst hätten wir nicht mitgemacht", sagt der Pro-Stuttgart-Geschäftsführer Rainer Hofmeister, "man kann schließlich keinen Qualitätswein aus Pappbechern trinken. Der Stil muss schon gewahrt werden." Allerdings müssen Weindorf-Freunde darauf verzichten, wie gewohnt die Gläser mitzunehmen. Trotz Sonderlogo dürfen die Gefäße ebenso wie Flaschen die Lauben nicht verlassen. Personal und Ordnungsdienst sollen darauf achten.



Überhaupt kommt auf die Wirte viel Arbeit zu. Damit jeder bei der abgespeckten Variante zum Zug kommt, haben sich 19 von ihnen zu zwölf Betrieben zusammengeschlossen, die 63 Lauben betreiben. Nach der vierwöchigen Mammutveranstaltung warten das Weindorf in Hamburg und die große Ausgabe in Stuttgart vom 30. August bis zum 10. September.



Größte Herausforderung ist die Sicherheit. Nicht nur die Gläser stehen dabei im Fokus. Das Ordnungspersonal wurde verstärkt, mehrere Sicherheitsstufen regeln den Betrieb. Zugangskontrollen soll es zwar nicht geben, im Extremfall muss aber komplett auf Plastikgeschirr umgestellt, unter Umständen sogar der Alkoholausschank gestoppt werden. "Wir hoffen, dass es nicht so weit kommt", sagt Hofmeister, "wir denken: Wein verbindet."



Das Weindorf auf dem Schillerplatz und in der Kirchstraße ist von heute an bis einschließlich 9. Juli täglich zwischen 11 und 23.30 Uhr geöffnet.
 

Von Jürgen Bock, StN

09.06.2006 - aktualisiert: 05.09.2007 20:30 Uhr

 



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