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Cheops-Pyramide

Nutzten Ägypter Rampen?

Im 3-D-Simulationsflug will ein Forscher dem Geheimnis des Weltwunders auf die Spur gekommen sein
 

Paris - Im rasanten Flug geht es vom grünen Niltal bis zur Baustelle, auf der sich die mächtige Pyramide halbfertig in die Höhe reckt. Jean-Pierre Houdin macht einen Schlenker, um einen Blick auf den Hafen zu ermöglichen. Aus der Vogelperspektive ist gut zu erkennen, wie Arbeiter säuberlich behauene Steinblöcke entladen und bis auf das steinige Plateau ziehen. Wir sind etwa im Jahr 2610 vor Christus, und der Bau der Grabstätte des Pharaos Cheops ist im vollen Gange. Mit dem 3-D-Simulationsflug zeigt der Architekt, wie die Ägypter eines der Weltwunder der Antike geschaffen haben könnten.

Houdin ist sicher, das Geheimnis der Cheops-Pyramide 4600 Jahre nach ihrem Bau enthüllt zu haben. Mit Hilfe moderner 3-D-Software zur Produktentwicklung hat der Franzose eine überraschende Lösung entwickelt, wie die Ägypter nur mit Muskelkraft vor Erfindung des Rades die gewaltigen Steinmassen bewegen konnten: über Rampentunnel, die an den Seitenkanten im Inneren der einst 146 Meter hohen Pyramide spiralförmig in die Höhe führen.

"Die Idee ist mehr als interessant: Sie ist kohärent und revolutionär", urteilt Rainer Stadelmann, der frühere Leiter des Deutschen Archäologischen Instituts von Kairo. "Es gehört zu den großen Qualitäten des Architekten, dass er die Baumeister der Antike ernst nimmt" - und nicht wie andere frei spekuliert.

Im Simulationsflug folgt Houdin einem Ibis über die minutiös rekonstruierte Baustelle. Er zieht über das belebte Dorf der Bauarbeiter und über eine Reeperbahn, auf der die langen Arbeitsseile für die Baustelle gedreht werden. An einem Steinbruch auf halber Strecke sind Männer zu sehen, die Kalksteinblöcke für die Pyramide hauen. Mächtig wächst das Bauwerk heran. An seinen Eckkanten klaffen Öffnungen. Hier stoßen die Wendelrampen im Inneren des Bauwerks aufeinander. Sie steigen mit knapp acht Grad an und wachsen mit der Pyramide, ohne die Bauarbeiten zu stören.
 

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