Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 11.10.2007
Die Vorahnung
Unheilschwanger
Linda, Hausfrau und Mutter zweier Mädchen, ist geschockt: Ihr Gatte ist tödlich verunglückt, ihre heile Welt bricht zusammen. Doch als sie am nächsten Morgen aufwacht, steht das vermeintliche Unfallopfer putzmunter in der Küche. War alles nur Einbildung? Gab es nie einen Unfall? Als sie am nächsten Tag abermals als Witwe aufwacht, beginnt Linda zu begreifen: Sie kann die Zukunft vorhersehen - und versucht, den Todgeweihten vor seinem Schicksal zu bewahren.
Einmal mehr schlüpft Sandra Bullock in die Rolle einer US-Vorzeigefrau, die alles tut, um das glückliche Familienidyll samt kleinem Häuschen zu erhalten. Selbst den geplanten Ehebruch ihres Gatten weiß sie aufgrund ihrer übernatürlichen Gabe zu verhindern. So jedenfalls sieht es das Drehbuch vor, das keinen Zweifel daran lässt, dass es gilt, traditionelle Werte mit Hilfe von Glauben und Willenskraft zu verteidigen.
Auch wer die mit erhobenem Zeigefinger übermittelte Botschaft nicht sonderlich mag, kann sich der technischen Brillanz dieses Thrillers kaum entziehen. Mit ungewöhnlichen Perspektiven und vielen Großaufnahmen (perfekt ins Cinemascope-Format eingepasst) legen Regisseur und Kameramann den Grundstein für eine fesselnde, mysteriöse Atmosphäre. Verdichtet wird diese durch die hervorragende Filmmusik von Klaus Badelt. Eingebettet in ein hypnotisches Sounddesign, treibt sie die Spannung stets voran und sorgt für eine immer präsente, unheilschwangere Aura. Und die ist so überzeugend, dass kleinere Unstimmigkeiten im Drehbuch nicht weiter ins Gewicht fallen.
Wolfram Hannemann
11.10.2007 - aktualisiert: 11.10.2007 12:47 Uhr