Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 08.11.2007
30 Days Of Night
Vampirsbrut beim Schlachtfest
In der Polarnacht wird das Örtchen Barrow von aggressiven Vampiren heimgesucht, die skrupellos ihren Blutdurst stillen. Für den Sheriff und ein paar mutige Bürger beginnt ein brutaler Überlebenskampf. Harte Comics als Vorlagen für Filme sind en vogue, nach "Sin City" und "300" kommt nun Steve Niles und Ben Templesmiths Kult-Comic "30 Days Of Night" ins Kino.
Regisseur David Slade hat sich mit seinem kompromisslosen und visuell beeindruckenden Thriller "Hard Candy" einen Namen gemacht, und auch "30 Days Of Night" kann man einen gewissen optischen Reiz nicht absprechen: Die kühlen Bilder unterstreichen das Grauen, das sich im dunklen Städtchen abspielt. Kein Reiz hingegen geht von der Story aus - sie ist dünn und wartet mit klischeehaften Charakteren auf, was wohl der Comic-Vorlage zuzuschreiben ist, in der die Bilder Dreh-und-Angelpunkt sind.
Im Gegensatz zu anderen Genre-Produktionen verlässt sich Slade aber nicht allein auf blutrünstige Ekelszenen, um seine Zuschauer bei Laune zu halten - vielmehr setzt er auf eine effektvolle Tonspur, um sie immer wieder aufzuschrecken. Schnitttechnisch erinnert der Film mitunter an "28 Days Later", besonders wenn die wilde Vampirsbrut zum Schlachtfest über harmlose Passanten herfällt und zitternde Bilder im Sekundentakt aneinandermontiert werden. "Splatter"-Freunde kommen auf ihre Kosten, wenn ein Sheriff unter Beweis stellt, dass er nicht nur mit dem Colt, sondern auch mit der Axt umzugehen weiß.
Wolfram Hannemann
08.11.2007 - aktualisiert: 08.11.2007 11:03 Uhr