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Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 03.01.2008

Ich weiß, wer mich getötet hat

Schmerzhaft

Seit "Saw" setzen Hollywoods Horrorschreiber verstärkt auf Sadisten. Bei Chris Sivertson amputiert ein Serienkiller seinen Opfern unter großen Qualen Hände und Füße, bevor er sie umbringt. Die Musterschülerin Aubrey (Lindsay Lohan) kann verstümmelt entkommen, erklärt allerdings der Polizei und ihren Eltern, sie sei nicht Aubrey, sondern die Stripperin Dakota Moss.

Die Ekelszenen werden so detailliert zelebriert, dass man den Schmerz physisch zu spüren scheint - und das war dann auch schon alles. Das Drehbuch bietet Versatzstücken aus anderen Filmen und mutet an wie eine Persiflage auf Werke von Brian De Palma, ohne eine zu sein. Auch dramaturgisch vollkommen fehlplatzierte Sequenzen (Mama reinigt die Küchenspüle mit derselben Ekstase, mit der ihre Tochter eine Etage höher heißen Sex hat) scheinen zunächst satirisch, doch immer wieder macht das verworrene Drehbuch klar: Alles ernst gemeint!

Die klischeehaft angelegten Charaktere, die von Hitchcock-Komponist Bernard Herrmann inspirierte Filmmusik (Joel McNeely) und das in kaltes Licht getauchte Cinemascope-Bild mit Schmuddel-Look werden schnell zum Ärgernis - erinnern sie doch daran, dass wir das alles schon in weitaus besserer Form kennen. Der böse Serienkiller würde dazu vermutlich sagen: "Was nützen die kleinen Körperanhängsel, wenn der Rumpf fehlt?"
 

Wolfram Hannemann

03.01.2008 - aktualisiert: 03.01.2008 10:18 Uhr

 


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