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Magen-Darm-Grippe durch Norovirus

Zahl der Infektionen steigt an

So sehen sie aus - die Noroviren
Foto: dpa

Die Zahl der Erkrankungen in Baden-Württemberg hat sich 2007 im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt
 

Stuttgart - Die Zahl der Norovirus-Infektionen in Baden-Württemberg hat sich 2007 im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Laut Landesgesundheitsamt wurden bis Mitte Dezember 2007 allein 16.700 durch das Virus verursachte Magen-Darm-Infektionen gemeldet. 2006 waren es für den gleichen Zeitraum 7400. Besonders stark sei der Anstieg von Oktober bis Dezember vergangenen Jahres gewesen. In dieser Zeit wurden 4800 Fälle (2006: 2250) gemeldet. Damit seien Noroviren inzwischen die häufigsten Erreger von Magen- Darm-Erkrankungen, noch vor den Salmonellen.

Die Infektion äußert sich laut Landesgesundheitsamt durch Bauchkrämpfe, heftigen Durchfall und schwallartiges Erbrechen. Begleitet werde dies häufig von Fieber, Mattigkeit und Kopfweh. Nach rund drei Tagen klinge die Krankheit ab, der Erkrankte scheide aber darüber hinaus noch mehrere Tage lang Viren aus. Immunität sei nach einer Infektion nur für wenige Monate gegeben, und auch nur für einen von mehreren Virusstämmen.

Erhebliche Unterschiede bei der Verbreitung im Land gab es nicht. In allen Regionen hat die Zahl der Erkrankungen deutlich zugenommen. Karlsruhe lag 2007 mit 150 Fällen pro 100.000 Einwohner vor Stuttgart mit 134, Tübingen mit 125 und Freiburg mit 114. In einzelnen Landkreisen könne es aber deutlichere Unterschiede geben, sagte ein Sprecher des Landesgesundheitsamtes. Vor allem in Kindergärten, Schulen und Seniorenheimen breiten sich die Viren schnell aus.

Das Landesgesundheitsamt geht davon aus, dass sich die Lage in der Zeit bis nach Fasching weiter zuspitzen wird. 2007 seien die Zahlen zu Beginn des Jahres ebenfalls hoch gewesen, weil rund um den Jahreswechsel und in den närrischen Tagen viele Menschen zusammengekommen seien und sich die Viren dadurch leicht verbreiten konnten. Sie können sowohl durch direkten Kontakt zu Erkrankten übertragen werden, als auch indirekt durch verseuchte Flächen.

Deshalb rät das Robert-Koch-Institut betroffenen Familien zu größtmöglicher Hygiene. Handtücher und Kleidung sollten mit Vollwaschmittel bei mindestens 60 Grad gewaschen, verunreinigte Flächen gründlich gereinigt und die Hände oft gewaschen werden. Zudem sollte man den Kontakt zu Erkrankten so weit wie möglich meiden. Wegen des hohen Flüssigkeitsverlusts bei der Infektion sei es ratsam, trotz Erbrechens viel zu trinken und Elektrolyte zu sich zu nehmen. Da Kinder und ältere Menschen besonders gefährdet sind, wird ihnen geraten, frühzeitig den Arzt zu konsultieren.
 

dpa/lsw

03.01.2008 - aktualisiert: 03.01.2008 10:36 Uhr

 



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