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Oettinger fordert

Turbo-Abi soll leichter werden

Schüler in Gymnasien: keine Zeit mehr für Sport und andere Aktivitäten.
Foto: dpa

Weniger Unterricht in Naturwissenschaften, dafür mehr Freizeit
 

Fellbach - Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) reagiert auf die wachsenden Proteste gegen das achtjährige Gymnasium. Der Unterricht soll so gestrafft werden, dass Hausaufgaben künftig in der Schule stattfinden.

"Ich will eine Entrümpelung der Lehrpläne", sagte Oettinger am Mittwoch in Fellbach. Während Fächer wie Mathematik und die Fremdsprachen von der Reform ausgenommen sein sollen, will er vor allem den Unterricht in den Naturwissenschaften straffen lassen: "Nicht jede Formel aus Physik, Biologie und Chemie ist für das Erwachsenenleben notwendig." Die eingesparte Zeit müsse dazu verwendet werden, dass die Schüler ihre Hausaufgaben künftig in der Schule und nicht mehr daheim machen. Ziel sei es, "die Kinder um 16 Uhr in die Freizeit zu entlassen".

Zuletzt hatte es immer größere Kritik von Eltern und Schülern an den Belastungen durch das so genannte Turbo-Abi gegeben, das Baden-Württemberg mit dem Schuljahr 2004/2005 eingeführt hatte. Die Kultusministerkonferenz der Länder und Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) haben inzwischen eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die Details der Reform ausarbeiten soll. Eine Umsetzung seiner Vorschläge hält Regierungschef Oettinger ab dem Schuljahr 2009/2010 für denkbar.

Vertreter von SPD und Grünen kritisierten den Vorstoß. Die stellvertretende Vorsitzende des Landeseltrnbeirats, Sylvia Wiegert, sagte unserer Zeitung: "Wir müssen dafür sorgen, dass die Kinder mit gemachten Hausaufgaben nach Hause kommen und nicht die Eltern Nachhilfe leisten müssen."FDP-Landtagsfraktionschef Ulrich Noll begrüßte Oettingers Idee: "Das wird höchste Zeit." Zugleich übte Noll scharfe Kritik an Kultusminister Helmut Rau (CDU). Es sei unsinnig gewesen beim G 8 "einfach ein Jahr zu streichen, ohne die Lehrpläne zu entrümpeln". Ein Sprecher von Rau wies die Kritik zurück: "Auch am politischen Aschermittwoch sollte man unter Koalitionspartnern einen normalen Umgangston pflegen."
 

Frank Krause, StN

06.02.2008 - aktualisiert: 06.02.2008 17:21 Uhr

 



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