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Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 07.02.2008

Saw 4

Die Nerven-Säge kehrt zurück

Totgesagte sägen länger in Hollywood, und so darf der Psychopath Jigsaw, in James Wans Horror-Geniestreich "Saw" zu filmischen Ehren gelangt, weiter Schmerz zufügen, obwohl er im dritten Teil das Zeitliche gesegnet hat. Bei der detailliert geschilderten Obduktion seines Leichnams findet der Pathologe im Magen eine Mini-Kassette, auf der die furchteinflößende Stimme des Killers zu hören ist. Und bald versucht ein Cop verzweifelt, seinen Kollegen vor einem grauenvollen Tod zu bewahren.

Dieser Film ist nichts für Menschen mit schwachen Nerven. Im Gegensatz zum ersten Teil, der Horror wohldosiert und psychologisch gut aufbereitet präsentierte, verlässt sich das neueste Säge-Werk ganz auf Ekeleffekte. In kaltes Licht getaucht, bemüht sich der Film sichtlich, den Adrenalinspiegel stets hochzuhalten mit einem blutigen Menü, atemberaubend schnellen Schnitten, originellen Szenenübergängen, einer unglaublich virtuosen Kameraarbeit, aufpeitschender Filmmusik und einem effektvollen Sounddesign, das nahezu jede Kamerabewegung mit einem "Wuuusch!" akustisch kommentiert.

Spektakulär? Ja - durch das Dauerbombardement aber bald ermüdend. Auch im Film ist weniger manchmal mehr. Zudem füttert Regisseur Bousman die Zuschauer mit expliziten Details, die nur den Brechreiz fördern, anstatt es ihrer Fantasie zu überlassen, sich den wahren Horror in einem wohlkalkulierten Spannungsbogen selbst auszumalen. Das Zielpublikum ist klar: Fast-Food-Freunde.
 

Wolfram Hannemann

07.02.2008 - aktualisiert: 07.02.2008 11:07 Uhr

 


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