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Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 20.03.2008

Ein tödlicher Anruf

Ohne Mythen wenig Wirkung

Binnen zweier Tage sterben zwei Freunde der Psychologie-Studentin Beth auf grausige Art, und beide hatten zuvor unheimliche Botschaften per Handy erhalten - Bilder des eigenen Ablebens, das erst Tage später erfolgte. Die Polizei wiegelt ab, und dann bekommt Beth selbst einen Anruf.

Seit sich Japans Filmemacher als Trendsetter für neuzeitlichen Horror etabliert haben, bedienen sich ihre US-Kollegen bei den Stoffen - fast jeder Japanschocker wurde in Hollywood neu verfilmt. Takashi Miikes "One Missed Call" funktionierte wegen des exotischen Schauplatzes Japan mit all seinen Geistern und Mythen hervorragend, in der vermeintlich aufgeklärten und entmystifizierten westlichen Welt aber verliert der Spuk schnell an nachhaltiger Wirkung. Die einfallslose Inszenierung und oberflächliche Charaktere tun ein Übriges: Mimen wie Edward Burns oder Ray Wise wirken wie auf verlorenem Posten, ihr Potenzial wird kaum ausgeschöpft. Regisseur Eric Valette sind klischeehaft platzierte Schockmomente, erzeugt durch die zugegebenermaßen effektvolle Tonmischung, offensichtlich wichtiger als die Entwicklung glaubhafter Personen. Und wenn die Zuschauer Figuren vorgesetzt bekommt, deren Handlungsweisen nicht immer nachvollziehbar sind, kommt schnell Langeweile auf.

Eins schafft der Film: Er animiert zum (erneuten) Konsum des Originals, das auf DVD erschienen ist.
 

Wolfram Hannemann

20.03.2008 - aktualisiert: 20.03.2008 12:53 Uhr

 


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