Auf der Internetseite
killwithme.com sieht man einen Wehrlosen, dessen grausamen Foltertod das Publikum durch Mausklick vorantreibt und schließlich vollzieht. Das Phänomen ruft FBI-Agentin Jennifer Marsh (überzeugend: Diane Lane) auf den Plan. Sie sieht sich einem technisch versierten Täter gegenüber, der bereits sein nächstes Opfer ausgewählt hat.
Bereits Altmeister Dario Argento hatte mit "The Card Player" vor vier Jahren das Internet zum Schauplatz perfider Mordspiele erkoren. Beiden Filmen gemeinsam ist ein stellenweise unlogisches Drehbuch, das die Welt des Internets allzu simpel darstellt. Mangelnde Fachkenntnis endet mehr als einmal in unfreiwilliger Komik - für einen ernst gemeinten Thriller tödlich. Zu den technischen Ungereimtheiten gesellen sich sattsam bekannte Klischees, die geübten Kinogängern auf die Nerven gehen.
Auch inszenatorisch hat der Thriller nicht viel mehr zu bieten als farblose Bilder, Sets, die an "Saw" erinnern, und eine krampfhaft bemühte Filmmusik. Nicht einmal die ausgespielten Folterszenen vermögen zu schocken. Aber vielleicht ist das ja Absicht, ein Ansatz von Gesellschaftskritik - denn in den Abgründen des World Wide Web lassen sich Brot und Spiele vollkommen anonym zelebrieren und führen in der Folge zur Abstumpfung. Doch was nützt uns die Botschaft, wenn wir bei ihrer Verkündung bereits eingeschlummert sind?