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Tagesthema

Kauflust

Wirtschaft, so hat einst Ludwig Erhard, der Vater des Wirtschaftswunders, gesagt, sei zu 50 Prozent Psychologie. So lässt es sich vielleicht erklären, warum die Berufsoptimisten die Konsumlage schönreden, auch wenn die Lage kritisch ist. Immerhin macht der private Konsum rund zwei Drittel des Bruttoinlandsprodukts aus. Dem Konsumenten soll deshalb klargemacht werden, dass er genügend Geld hat, das er bitte schön auch ausgeben soll.


  Von Jörg Lessing

 
 
 


Doch der Verbraucher macht das Spiel nicht mit. Er schaut in seinen Geldbeutel und wundert sich: Das Geld haben wohl andere. Die Anderen – das sind vor allem exportorientierte Unternehmen, Versorger und der Staat. Zahlreiche Firmen melden ein Rekordergebnis nach dem anderen, und auch die Steuern sprudeln so kräftig, dass Finanzminister Peer Steinbrück rot werden müsste – vor Glück und vor Scham. Dabei macht nicht nur der Staat den Arbeitnehmern mit hoher Abgaben- und Steuerlast das Leben schwer. Die Preissteigerungen an Tankstellen und in Lebensmittelgeschäften fressen Lohnerhöhungen auf. Mehr noch: Unterm Strich sinkt die Kaufkraft. Und für die Rente soll auch noch privat vorgesorgt werden.

Seit Jahren warten die Hobbypsychologen auf ein Anspringen der Kauflaune. Wenn es der Wirtschaft gutgeht, geht es auch dem Einzelnen gut, predigen sie. Dieser Mechanismus stimmt offenbar nicht mehr.
 

27.05.2008 - aktualisiert: 27.05.2008 20:24 Uhr

 


Lesermeinungen
01.06.2008 11:12
Autor: C.Wörner

Dass die Kaufkraft von mind. 90% der Bevölkerung in den letzten 10 Jahren kräftig abgenommen hat, bestreitet vermutlich niemand.
Allerdings wird dies von unseren Politikern dann meist damit abgetan, dies liege hauptsächlich an den Energiepreisen (Öl, Benzin, Strom usw.) und da hätten sie fast keinen Einfluß.
Nun habe ich mal diesen Kaufkraftverlust beim Grundnahrungsmittel Brot errechnet.
Von einem Freund (Bäcker) habe ich mir den Preis für 1 kg normales Brot von vor 10 Jahren in DM, und heute in Euro geben lassen.
Da ich seit 10 Jahren Rentner bin, habe ich
meine monatliche Netto-Rente von 1998 durch den Brotpreis geteilt. Das Gleiche habe ich für 2008 gemacht.
Ergebnis: Ich kann heute 26,5% weniger
Brot kaufen von meiner Rente als 1998!!!
Wo soll hier noch Konsummöglichkeit herkommen??
Dies ist die Wirklichkeit von mind. 90% der Bevölkerung!!

 

29.05.2008 10:43
Autor: Gerhard Dongus

Zu Kommentar vom 29. 05.08
Gysis Schande v. Norbert Wallet

Nun ist es Gregor Gysi auf dem sie im Berliner Parlament herumhacken. Offenbar wird den Parteien die "Linke" zu stark und viele Abgeordnete und Parteimitglieder der Volksparteien bekommen "Muffensausen" vor der nächsten Wahl. Da muss schnell noch ein IM-Opfer her. Es sei an Stolpe erinnert, dem man ebenfalls IM-Kontakte vorgeworfen hat. Sie wurden wieder fallengelassen und der Herr wurde sogar Minister. Die Linke ist eine frei gewählte demokratische Partei mit einem der fähigsten politischen Köpfen-nämlich Gysi-als Fraktionschef. Zieht endlich einen Schlusßstrich unter diese schlimme verbrecherische Ex - DDR-und seine Spitzelvergangenheit.

 

29.05.2008 10:09
Autor: A. M.

Löhne steigen !??????????? Für wen ????????? Seit 5 Jahren hat mein Mann ( Metalindustrie,
40 Mann Betrieb) keine Lohnerhöhung mehr erhalten. Ich arbeite als Teilzeitkraft in einer Kita, wo ich auch weniger verdienene als früher( Änderung v. Bat 5 auf TVÖD). Woher sollen wir (4 Personenhaush. Geld für Hobbies( Instrument lernen, ...), für Nachhilfe, Ausflüge, geschweigeden Urlaub nehmen, mit welchem Geld sollen wir konsumieren können? Bei uns sind über Jahre hinweg nur die Kosten gestiegen. Gruß A.M.

 

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