Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 26.06.2008
All The Boys Love Mandy Lane
Sommer, Sonne und Serienkiller
Die Jungs an der Highschool würden alles geben, um einmal mit Mandy Lane ausgehen zu dürfen. Doch die blonde Schönheit mit den unschuldigen Augen gilt als unnahbar. Dass sie dann aber einwilligt, mit einigen Mitschülern zu einem Partywochenende auf eine abgelegene Ranch mitzukommen, überrascht und erfreut die Jungs darum ziemlich. Dem Spaß bei Alkohol, Koks und Sex steht allerdings ein unheimlicher Serienkiller im Weg, der es auf die Teenager-Clique abgesehen hat.
Jonathan Levine versucht in seinem Debütfilm, mit ästhetischen Konventionen des Slasher-Genres zu brechen. Mit einem sommerlich-wehmütigen Soundtrack erschafft er eine fast schon melancholische Grundstimmung. Und durch den Einsatz einer weit geöffneten Blende lässt Kameramann Darren Genet einen die lähmende, texanische Hitze förmlich spüren. Auch sonst zeugen die perfekt für Cinemascope komponierten Bilder trotz so mancher Unschärfe von einem Gespür für Perspektive. Das freilich kompensiert nicht ganz das nach allzu bekannten Mustern ablaufende Drehbuch, das am Ende immerhin noch mit einer netten Überraschung aufwarten kann.
Die Macher waren mehr darum bemüht, ein ganz bestimmtes Flair einzufangen, und weniger, den Betrachter auf eine nervenaufreibende Berg-und-Tal-Fahrt zu schicken. Und das ist lobenswert. Da wirken die explizit ausgespielten Metzelszenen fast schon wie Fremdkörper und sind wohl als Zugeständnis an hartgesottene Horrorfans zu werten.
Wolfram Hannemann
26.06.2008 - aktualisiert: 26.06.2008 10:26 Uhr