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Versatel-Gebäude

US-Firma darf nicht über 40 Meter Höhe bauen

Das Versatel-Gebäude macht für einen Neubau Platz
Foto: Hörner

Carlyle reißt Versatel-Gebäude 2009 für Neubau ab
 

Stuttgart - Das Versatel-Haus am Hauptbahnhof wird 2009 abgerissen. Die weltweit tätige US-Investmentfirma Carlyle will bis Frühjahr 2011 ein "hochattraktives Bürogebäude" errichten. Geschätzte Gesamtinvestition: rund 70 Millionen Euro. Über die Größe des Neubaus dürfte es noch Diskussionen geben.

"Wir möchten an dieser prominenten Stelle in der Stuttgarter City ein hochattraktives Bürogebäude bauen", sagt Hartmut Glück. "Wir sind offen für die kreativen Ideen der Architekten."

In Glücks Büro in Frankfurt laufen die Fäden im deutschen Immobiliengeschäft des weltweit tätigen US-Investmentunternehmens Carlyle Group zusammen. Der Carlyle- Fonds Cerep III hat das Versatel-Areal mit dem 14-stöckigen Bürogebäude bereits im Juli 2007 von der EnBW gekauft. Nachdem die Telekommunikationsfirma Versatel rascher als erwartet eine neue Adresse am Cannstatter Bahnhof gefunden hat, soll das Projekt jetzt Fahrt aufnehmen.

"Wenn es nach uns ginge, würde das Gebäude so schnell als möglich abgerissen, damit wir im Herbst 2009 beginnen können", sagt Carlyle-Manager Glück. Nach 18 bis 20 Monaten Bauzeit könnte der Neubau im Frühjahr 2011 fertig sein. Als Nutzer käme ein großer Einzelmieter, aber auch eine etagenweise Vermietung infrage. Über die Möglichkeit von Handelsflächen im Erdgeschoss werde man erst später nachdenken.

Bei der Stadt wird man dem 1966 errichteten, düster wirkenden Altbau an der Kriegsbergstraße 11 kaum eine Träne nachweinen. Dessen ungeachtet werden für den Neubau enge Grenzen gesetzt: "Die bisherige Gebäudehöhe von 40 Metern darf nicht überschritten werden", sagt Baubürgermeister Matthias Hahn. Beim Gebäudevolumen seien 18000 Quadratmeter Geschossfläche die "Schallgrenze".

Auch für einen solventen Investor, dem wie Carlyle 2,2 Milliarden Euro im Cerep-III-Fonds zur Verfügung stehen und der geschätzte 70 Millionen Euro für sein Stuttgarter Projekt ausgibt, sind das harte Bedingungen. Dass man beim Investor größere Flächen zwecks höherer Mieterträge vor Augen hat, steht außer Frage. Ende September, wenn der Sieger im Wettbewerb mit sieben Architekturbüros gekürt ist, wollen die Beteiligten Klarheit haben. "Auch weniger könnte an dieser Stelle mehr sein", umreißt Detlef Kron, Leiter des Stadtplanungsamts, die Erwartungen der Kommune. Das letzte Wort hat der Gemeinderat: Er muss den Bebauungsplan aus den 60er Jahren projektbezogen ändern.

Im Nahbereich des Stuttgart-21-Areals kommt auch ein weiteres, noch größeres Projekt voran: Im September will die französische Immobiliengruppe Icade den Architektenentwurf für das Eckgrundstück Türlen- und Heilbronner Straße auswählen. Icade hat die frühere Mercedes-Niederlassung bereits 2006 gekauft. Der Neubau könnte bis zu 45000 Quadratmeter Geschossfläche bieten. Als heißer Kandidat für die Anmietung wird das mit 1000 Mitarbeitern in Weilimdorf ansässige Beratungsunternehmen Ernst&Young gehandelt. "Wir sondieren den Markt und sind bei der Standortfrage völlig offen", betont Dag-Stefan Rittmeister, Pressesprecher bei Ernst&Young. Der Icade-Neubau sei aber "eine Option".

Wo starke Investoren und große Mieter das Immobiliengeschäft bestimmen, haben kleine Firmen mitunter das Nachsehen. "Unser Mietvertrag bis 2013 wurde von Versatel aufgehoben", sagt Michael Hintz, Eigentümer des Matratzenfachgeschäfts Duxiana im Versatel-Gebäude. Ende 2008 müsse er sein Geschäft, in das er 150000 Euro investiert habe, an der Stelle aufgeben. "Für mich ist es ein Drama", klagt Hintz. In welcher Form er entschädigt werde, sei noch völlig offen.
 

Michael Isenberg, StN

14.07.2008 - aktualisiert: 14.07.2008 19:18 Uhr

 



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