Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 07.08.2008
Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers
Achterbahn ohne Schwung
China ist in aller Munde, und auch der dritte Teil der "Mumien"-Abenteuer spielt dort. Der Sprössling der O'Connells, des Archäologen-Ehepaars aus den früheren Teilen, gräbt die Mumie eines richtig finsteren chinesischen Kaisers aus. Böse Kräfte wollen den alten Herrscher wieder auf den Thron setzen, und alsbald ist der Terracotta gewordene Chinese wieder quietschfidel. Nun bedarf es aller O'Connells und einer Hand voll Yetis (!), den Untoten in die Schranken zu weisen. Doch der ist bereits auf dem Weg ins sagenumwobene Shangri-La.
Die Story erfüllt mit ihrem Ausflug ins Reich der Fantasie in "Indiana Jones"-Manier alle Erwartungen ans Popcorn-Kino. Was dabei stört, ist die lähmende Verkrampftheit, mit der sich die Filmemacher vergebens bemühen, ihre neueste Kreation dem Zuschauer als rasante Achterbahnfahrt zu verkaufen. Der Film will aber nicht in Schwung kommen und lässt manchen Gag ohne Lacher verpuffen. Die platten Dialoge und die hölzernen Darsteller tun ein Übriges, um mehr Langeweile als Freude aufkommen zu lassen. Selbst die visuellen Effekte - einst Aushängeschild des ersten Teils - vermögen dieses Mal nicht zu fesseln, da sie ja mittlerweile schon Normalität geworden sind.
Bleibt also nicht viel übrig, als die volle Tüte Popcorn zu genießen. Spätestens wenn die leer ist, wird man eine Entscheidung treffen: Nachschub holen oder gleich nach Hause gehen.
Wolfram Hannemann
07.08.2008 - aktualisiert: 07.08.2008 11:42 Uhr