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Tagesthema

Letzte Chance

Stuttgart 21 kostet nicht 2,8 Milliarden Euro, sondern fast 3,1 Milliarden Euro. Dazu kommt die bereits bekannte Risikoabsicherung von weiteren 1,3 Milliarden Euro. Es ging kein Aufschrei durchs Land, als die 276 Millionen Euro Mehrkosten am Donnerstag bekannt wurden.


  Von Michael Isenberg

 
Die Landesregierung hat sie eher beiläufig preisgegeben. So kommt, wenige Wochen bevor Ministerpräsident Günther Oettinger, Stuttgarts OB Wolfgang Schuster, Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee und Bahn-Chef Hartmut Mehdorn die letzten Finanzierungsverträge unterzeichnen wollen, die ganze Wahrheit ans Licht.Der Bürger darf sich gruseln, wenn er sich den ungeheuren Wert von 276.000.000 Euro vorstellt. Den Politikern und Managern von Bund, Land, Stadt, Region und Bahn, die seit Jahren um Stuttgart21 pokern, ringt die Summe aber nur ein müdes Lächeln ab. Man hat schon größere Beträge verdaut - und insgeheim eine weitaus heftigere Kostenexplosion befürchtet. Immerhin warnen die Projektgegner vor 6,9 Milliarden Euro Gesamtkosten.

Der Ball liegt jetzt bei Oettinger im Spielfeld. Er verhandelt derzeit mit der Bahn, wer welchen Anteil an den aktuellen Mehrkosten trägt. Dabei muss Oettinger die allerletzte Chance beim Schopf packen und die Summe, die aus Baden-Württemberg für Stuttgart21 bezahlt wird, ein für alle Mal deckeln. Nur so wird er seiner Verantwortung als Ministerpräsident gerecht. Noch eine Überraschung darf es bei Stuttgart21 nicht geben. Falls es doch eine gibt, soll die Bahn zahlen.
 


14.08.2008 - aktualisiert: 14.08.2008 18:57 Uhr