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Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 21.08.2008

Der Sohn von Rambow

STN - Headline

Unterschiedlicher könnten sie nicht sein: der nach strengem Glauben und ohne TV- und Filmkonsum erzogene elfjährige Bill und sein Internatsmitschüler Lee, der keine Chance für Randale ungenutzt lässt. Einer der üblen Streiche des Rabauken führt dazu, dass sich die beiden im England Anfang der 80er Jahre kennenlernen. Anfangs nutzt der böse Lee Bills Gutgläubigkeit bis zur Schmerzgrenze aus. Erst als die beiden ihren eigenen "Rambo"-Film inszenieren, entwickelt sich eine Freundschaft, die jedoch bald auf eine harte Probe gestellt wird.

Garth Jennings' ("Per Anhalter durch die Galaxis") zweiter Spielfilm würde sich hervorragend als Beiprogramm zu Michel Gondrys "Abgedreht" eignen. Hier wie dort geht es um die unbändige Kreativität, die sich entfalten kann, wenn man Filme nicht einfach konsumiert, sondern selbst dreht. Was die beiden Helden dieser Geschichte an halsbrecherischen Stunts für ihren Action-Film aufbieten, zeugt von Einfallsreichtum und Furchtlosigkeit. Und auch sonst wissen sich die Schüler zu helfen: Der halbsenile Opa wird mittels Langhaarperücke als Rambo-Ersatz missbraucht, einem Spendentopf in Hundeform das Fliegen beigebracht. Bald erscheinen auch die familiären Probleme der Miniatur-Spielbergs, hervorragend besetzt mit Bill Milner und Will Poulter, nicht mehr unüberwindlich.

Die kleinen Pannen und Patzer, die während der Dreharbeiten passieren, sind liebevoll bis ins letzte Detail gestaltet. Eines davon steckt im Titel, und der Film bewahrt es sich bis zum Schluss auf - weil es letztlich keine Rolle spielt.
 

Wolfram Hannemann

21.08.2008 - aktualisiert: 21.08.2008 10:20 Uhr

 


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