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Acht statt 25 Cent zurück

Verwirrung bei Pfand für Bierflaschen

Bei der Pfand-Rückgabe am Automaten heißt es genau hinsehen
Foto: dpa

Vorwurf: Brauereien und Lidl führen Verbraucher in Irre
 

Stuttgart - Die Deutsche Umwelthilfe warnt vor Abzockerei bei der Pfandrückgabe am Automaten und prangert den Discounter Lidl und Großbrauereien an. Verbraucher, die 25 Cent Pfand auf eine Bierflasche gezahlt haben, bekommen unter Umständen nur acht Cent Pfand zurück, so die Kritik.

Das bedeutet für Kunden ein Minusgeschäft von 17 Cent pro Flasche, rechnen die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und der Verband Private Brauereien in Deutschland vor und sprechen von Irreführung der Verbraucher. "Der Kampf um Marktanteile auf dem Biermarkt nimmt groteske Züge an", sagt Roland Demleitner, Geschäftsführer des Verbands Private Brauereien. Der Wettbewerb dürfe nicht auf dem Rücken der Verbraucher ausgetragen werden. Der Deutsche Brauer-Bund hingegen weist solche Vorwürfe zurück, denn die Automaten unterschieden sehr wohl bei der Rücknahme zwischen Einweg- und Mehrwegflaschen.

Hintergrund des neuerlichen Pfand-Hickhacks ist, dass der Discounter Lidl seit diesem Sommer Bier in Sechser-Packungen unter anderem der Marken Veltins, Wernesgrüner und Franziskaner in Einwegflaschen verkauft. Pro Flasche müssen Verbraucher das übliche Einwegpfand von 25 Cent berappen. Für den Laien unterscheiden sich die Einwegflaschen kaum erkennbar von den Mehrwegflaschen derselben Marken im Getränkefach- und mehrwegorientierten Lebensmittelhandel. Testkäufe, so die Deutsche Umwelthilfe (DUH), hätten ergeben, dass die gängigen Pfandrückgabeautomaten diese Einwegflachen als Mehrweg verbuchen - egal ob sie einzeln oder in gemischten Kästen mit Mehrweg- und Einwegflaschen zurückgegeben werden. Verbraucher haben dann das Nachsehen, weil sie entsprechend weniger Pfand zurückbekommen.

"Es ist kein Zufall, dass die bei Lidl verkauften Einweg-Bierflaschen ihren Pendants aus dem Mehrwegbereich zum Verwechseln ähnlich sind", kritisiert DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Hier werde offensichtlich darauf spekuliert, für jede anderswo fälschlicherweise als Mehrweg anerkannte Flasche 25 Cent Pfandschlupf - Gewinn pro nicht zurückgegebener Flasche - einbehalten zu können. Lidl und die Großbrauereien kassieren pro Einwegflasche 25 Cent vom Kunden. Dieses Geld bleibt in deren Kasse, wenn die Einwegflasche anderswo zurückgegeben und als Mehrwegflasche verbucht wird. In diesem Fall bekommt der Verbraucher nur acht Cent zurück, was dem üblichen Pfand bei Mehrwegbierflaschen entspricht.

Bei der Brauerei Veltins spricht man von "überzogener Panikmache". Allein schon die Höhe der Flaschen sei so unterschiedlich, dass das Einweggebinde aus dem Mehrwegkasten erkennbar herausrage, sagt Marketingdirektor Herbert Sollich. Außerdem hätten Einwegflaschen im nationalen Biermarkt nur Nischencharakter. Der Marktanteil liegt laut Marktforschungsinstitut Nielsen gerademal bei ein Prozent. Der Deutsche Brauer-Bund kritisiert die Umwelthilfe, "falsche Behauptungen in die Welt zu setzen". Es sei allerdings nicht auszuschließen, dass vereinzelt leere Einwegflaschen von Verbrauchern in Mehrwegkästen gesteckt würden. Vom Discounter Lidl war bisher keine Stellungnahme zu erhalten.
 

Imelda Flaig

22.08.2008 - aktualisiert: 22.08.2008 17:23 Uhr

 



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