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Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 18.09.2008

The 5th Commandment - Du sollst nicht töten

Alles ganz todernst gemeint

Dass der Regisseur dieses Machwerks sein Geld vornehmlich mit Stunts verdient, ist unverkennbar - denn die äußerst flach angelegte Story von "The 5th Commandment" entpuppt sich sehr schnell als Tarnung für nervtötende Brutalo-Action.

Nach dem gewaltsamen Tod seiner Eltern wächst der kleine Chance (Rick Yune) bei dem skrupellosen Killer Max Templeton (Keith David) und dessen Sohn Miles (Bokeem Woodbine) auf. Schon von Kindesbeinen an wird Chance von seinem Ziehvater in die hohe Kunst des Tötens eingeführt und entwickelt sich zum Besten auf seinem Gebiet. Als er eines Tages eine Pop-Queen mitsamt ihrer Bodyguards umlegen soll, beginnt er zu zweifeln, denn zu den Bodyguards gehört auch Miles.

So klischeehaft der Handlungsstrang, so klischeehaft auch die agierenden Personen. Ob der kühle Asiate mit hartem Schlag oder der brutale Killer mit Dschingis-Khan-Schnauzer und perverser Gespielin - sie alle könnten einem der zahllosen Trash-Filmchen der siebziger Jahre entsprungen sein, denen Kult-Regisseur Quentin Tarantino unlängst huldigte. Doch dessen liebevolle Ironie sucht man in diesem Schinken vergebens. Alles ist ganz todernst gemeint.

Das Handwerkliche als stümperhaft zu bezeichnen, käme einer Untertreibung gleich. Bereits die Eröffnungsszene mutet eher an wie der Trailer zum Film als der Film selbst. Anschlussfehler im Schnitt und einfallslose Dialoge ("Das hat mich Vietnam gelehrt!") setzen dem Ganzen noch die Krone auf und erheben damit jeden Film mit Jean-Claude Van Damme oder Dolph Lundgren zu Meisterwerken zeitgenössischer Filmkunst.
 

Wolfram Hannemann

18.09.2008 - aktualisiert: 18.09.2008 11:23 Uhr

 


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