
Stuttgart – Das Ansehen der baden-württembergischen CDU bei den Wählern sinkt. Wenn am kommenden Sonntag im Südwesten Landtagswahl wäre, würde die Regierungspartei von Ministerpräsident Günther Oettinger nur 39,9 Prozent erreichen. Das sind 4,3 Prozentpunkte weniger als bei der Landtagswahl 2006. Das ergab eine repräsentative Umfrage unter rund 1000 Wahlberechtigen im Auftrag unserer Zeitung. Im Vergleich zu den deutlichen Verlusten der CDU würde der Koalitionspartner FDP nur minimal an Zustimmung verlieren – von 10,7 Prozent im Jahr 2006 auf jetzt 10,2 Prozent.
Mit dem Ergebnis der sogenannten "Sonntagsfrage" schmilzt der Vorsprung der schwarz-gelben Koalition gegenüber Rot-Grün. Die SPD konnte bei der mit Spannung erwarteten Umfrage, die die Universitäten Stuttgart und Halle im Auftrag der Stuttgarter Nachrichten vorgenommen hatten, ein leichtes Plus von 0,8 Prozent gegenüber der Landtagswahl verzeichnen und käme nun auf 26 Prozent. Der eigentliche Gewinner der Wahl wären die Grünen, die auf 17,2 Prozent kommen. Das sind 5,5 Prozentpunkte mehr als bei der Wahl im März 2006. Die beiden jetzigen Oppositionsparteien kämen somit auf 43,2 Prozent. Die Linke würde mit 4,8 Prozent knapp den Einzug in den Stuttgarter Landtag verpassen.
An diesem Mittwoch will Ministerpräsident Oettinger im Landtag eine Regierungserklärung zur Halbzeit der Legislaturperiode abgeben. Die CDU-FDP-Koalition regiert in Baden-Württemberg seit 1996. Oettinger selbst hatte das Amt des Ministerpräsidenten 2005 von Erwin Teufel übernommen. Bei seiner ersten Landtagswahl 2006 in der Funktion des Regierungschefs holte Oettinger dann 44,2 Prozent.