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Studie zu Studiengebühren

Landtags-SPD fordert Offenlegung

Foto: AP

Das Wissenschaftsministerium gab an, den Inhalt der Studie nicht zu kennen
 

Stuttgart - Die Landtags-SPD dringt auf die sofortige Veröffentlichung einer unter Verschluss gehaltenen bundesweiten Expertise zu den Auswirkungen von Studiengebühren. "Der Bildungsgipfel verkommt zur Bildungsshow, wenn der Zusammenhang von Studiengebühren und Akademikermangel durch Geheimhaltung ausgeklammert wird", sagte der SPD-Abgeordnete Martin Rivoir am Montag in Stuttgart. An diesem Mittwoch beginnt in Dresden der von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) angeregte Bildungsgipfel. Der Untersuchung zufolge werden durch die Gebühren mehr junge Menschen vom Studium abgeschreckt als bisher angenommen.

Das Wissenschaftsministerium gab an, den Inhalt der Studie nicht zu kennen. "Wir haben keine Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Studiengebühren und Studienneigung", sagte ein Behördensprecher. Die Anfängerzahlen für das laufende Wintersemester würden voraussichtlich Mitte November veröffentlicht. In Baden-Württemberg müssen Studenten seit dem Sommer 2007 pro Semester 500 Euro bezahlen.

Der Studie zufolge haben allein vom Abiturienten-Jahrgang 2006 bundesweit bis zu 18.000 junge Menschen wegen der Gebühren kein Studium aufgenommen. Insbesondere Frauen und junge Menschen aus bildungsfernen Elternhäusern verzichten wegen der Gebühren häufiger auf ein Studium. Dagegen lassen sich Kinder aus Akademikerfamilien deutlich seltener in ihrer Hochschulwahl beeinflussen. Die Gebührendebatte habe unter Abiturienten und jungen Menschen mit Fachhochschulreife zu "erheblicher Verunsicherung" beigetragen - auch in Ländern, die noch keine Gebühren verlangen.
 


dpa/lsw

20.10.2008 - aktualisiert: 20.10.2008 13:14 Uhr

 



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