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Neuer Drogen-Treff

Ein nackter Po verängstigt die Bürger

Elisabethenanlage im Stuttgarter Westen
Foto: Kern

Elisabethenanlage ist neuer Treffpunkt für Alkohol- und Drogenabhängige
 

Stuttgart - Die Elisabethenanlage im Stuttgarter Westen hat sich als neuer Treffpunkt für alkohol- und drogenabhängige Menschen etabliert. Jetzt will der Bezirksbeirat mit den Stimmen der bürgerlichen Parteien gegen Belästigungen vorgehen: mit einer verschärften Polizeiverordnung und einem Ultimatum an die benachbarte Tankstelle.

Seit wenigen Wochen häufen sich die Beschwerden bei Bezirksvorsteher Reinhard Möhrle über Belästigungen und Pöbeleien im städtischen Grün zwischen Bismarckplatz und Gesundheitsamt. In der Elisabethenanlage wurde nicht nur ein Mann mit nacktem Po auf einer Parkbank gesichtet. Unter den ungebetenen Gästen soll es auch zu handfesten Streitereien kommen. Vorbeikommende Passanten sollen nicht nur beleidigt, sondern gerüchteweise auch tätlich angegriffen worden sein. Brisanz gewinnt das Auftreten der Gruppe dadurch, dass mit der Villa Elisa eine Kindertagesstätte mitten in der Anlage angesiedelt ist. Die Parkwege werden zudem von Schülern der benachbarten Schwabschule frequentiert.

"Dort trifft sich eine Gruppe von Drogenkranken, die eine Methadonsubstitution machen", bestätigt Möhrle. Dazu gesellten sich Menschen mit Alkoholproblemen, die sich offenbar an der benachbarten Tankstelle an der Bebelstraße eindecken.

Ein Teil der Gruppe sollen Zuwanderer vom einschlägigen Sucht- und Obdachlosenmilieu am Rupert-Mayer-Platz bei der Paulinenbrücke sein. Nachdem bereits ein runder Tisch, besetzt mit Polizei, Verwaltung und Sozialarbeitern, damit befasst hatte, debattierte am Dienstag auch der Bezirksbeirat über Lösungen. "Eltern und Kinder haben Angst", sagte Knut Vollmer, Leiter der Villa Elisa, und forderte die Vertreibung der Gruppe. "Die Elisabethenanlage ist kein Kriminalitätsschwerpunkt, gegen das Trinken in der Öffentlichkeit gibt es keine Handhabe", stellte dagegen Andreas Weihs vom Polizeirevier Gutenbergstraße fest.

Im Bezirksbeirat setzte sich bei Stimmenthaltung der Grünen die CDU durch. Sie will ein striktes Alkoholverbot in die Polizeiverordnung aufnehmen. Und der jährliche Pachtvertrag der Tankstelle soll nur verlängert werden, wenn dort künftig keine Spirituosen mehr verkauft werden.

Am Rupert-Mayer-Platz galt eine Tankstelle unter der Paulinenbrücke lange auch als Auslöser des Problems. Nach deren Abriss letztes Jahr hat sich die dortige Szene nicht auf Dauer verabschiedet. Lediglich die Jugendlichen, die sich an Wochenenden mit Alkoholika eindeckten, verschwanden.
 

Jürgen Lessat

19.11.2008 - aktualisiert: 19.11.2008 18:39 Uhr

 



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