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Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 20.11.2008

Wächter der Wüste

Erdmännchen kindgerecht

Die BBC hat eine lange Geschichte, was Natur-Dokumentationen angeht. Das Team von "Unsere Erde" hat sich aufgemacht, das Leben der Erdmännchen in der Wüste Kalahari (Namibia) zu erkunden. Wie bei der "Reise der Pinguine" werden Protagonisten vermenschlicht, ein Tierkind namens Kolo lernt mit den Tücken des Alltags umzugehen: Überall lauern gefräßige Feinde wie Löwen, Adler und Schlangen, bei langer Trockenheit muss auch wehrhafte Nahrung wie Skorpione erlegt werden, und es kommt zu Rivalitäten mit anderen Erdmännchen-Stämmen.

Regisseur James Honeyborne hat spektakuläre Aufnahmen gemacht, die Schlange auf Beutezug im Innern des Baus oder den Flug des Adlers. Das Material ist kindgerecht aufbereitet und pseudo-dramatisch inszeniert: Mal verläuft sich Kolo, mal gerät sein großer Bruder in Gefahr. Das jedenfalls suggeriert die Erzählung (Rufus Beck), auf die die Bilder hingeschnitten wurden. Orchestral arrangierte Musik mit Afro-Klischees soll zusätzlich für Spannung sorgen.

Dafür bleibt viel Wissenswertes auf der Strecke. Löwen, Giraffen und Webervögel werden zwar gestreift, doch man erfährt nicht viel über sie. Auch die Information zu den Erdmännchen bleibt an der Oberfläche, das ausgeklügelte System der Wächter rund um den Bau etwa wird nicht genau erklärt. Mehr Sachlichkeit hätte da nicht geschadet - so bleibt Eltern und Erziehern die Aufgabe, nach dem Kinobesuch die Leerstellen mühsam selbst zu füllen.
 

Bernd Haasis

20.11.2008 - aktualisiert: 20.11.2008 12:07 Uhr

 


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