Drucken Versenden

Prostituiertenmord

Neuer Ansatz für die "Soko Hofer"

Foto: Polizei

Stuttgart - Im Fall der Ermordung einer 31-jährigen Prostituierten am Karsamstag, 22. März 2008, suchen die Beamten der Sonderkommission "Hofer" unter neuem Aspekt nach dem Täter. Der Gesuchte ist nach wissenschaftlichen Berechnungen wesentlich größer als bisher angenommen. So soll er um die 190 Zentimeter groß sein und mindestens Schuhgröße 47 haben.

Dieses Ergebnis eines an der Universität Freiburg durchgeführten speziellen Rekonstruktionsverfahrens erreichte die Stuttgarter Kriminalpolizei in der vergangenen Woche. Die Erkenntnisse geben den Ermittlungen nun eine neue Richtung. Die Fahnder hoffen vor allem auf Hinweise aus der Öffentlichkeit zu dem, wie nun bekannt ist, auffallend großen Mann.

Das Motiv für den Mord an der 31-jährigen Frau, die erst zwei Wochen lang in Stuttgart in einer Terminwohnung an der Immenhofer Straße als Prostituierte arbeitete, ist nicht bekannt. Sicher dagegen scheint, dass der Täter gewusst haben muss, an welcher Wohnungstür er zu läuten hatte, um die Frau zu treffen. Wortlos hatte er die 31-Jährige, die ihm die Wohnungstür öffnete, mit einem mitgebrachten Messer niedergestochen und getötet. Die Tat wurde weitgehend von einer Webcam aufgezeichnet.

Die Überwachungskamera "Axis 205" hat der Täter aus der Wohnung gestohlen. Das Messer ließ er zurück. Bei kriminaltechnischen Untersuchungen wurde die DNA des mutmaßlichen Täters, der keine Handschuhe trug, an dem Messer festgestellt.

Rund 520 der bisher überprüften Speichelproben waren negativ, bei zirka 40 Proben fehlt das Ergebnis noch. Insgesamt haben die Beamten der Sonderkommission bislang rund 900 Spuren bearbeitet, wovon noch 130 Spuren offen sind.

Das Küchenmesser gehört in ein 6er-Set, das in einem Messerblock verkauft wurde. Auf der Klinge ist die Aufschrift "KOCH MESSER" eingraviert. Bei dem Messer handelt es sich um Massenware. Weiterhin haben sich Hinweise darauf ergeben, dass das Messer als gewöhnliches Haushalts- und Küchenmesser von einer Frau benutzt worden war. Die Polizei hofft noch immer auf Hinweise darauf, wo seit zirka Ostern 2008 ein Küchenmesser mit 20 Zentimetern Klingenlänge fehlt.

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat für Hinweise, die zur Ermittlung und Ergreifung des Gesuchten führen, eine Belohnung in Höhe von 2000 Euro ausgelobt. Hinweise nimmt die Kriminalpolizei Stuttgart, Soko "Hofer", unter der Telefonnummer 0711/8990-6333 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.
 

pol

24.11.2008 - aktualisiert: 02.06.2009 16:28 Uhr

 



Anzeigen
 
 
Lesen Sie sich die Druckausgaben digital im Originallayout mit allen Bildern durch.
ePaper
Für Abonnenten
Für Kaufinteressenten
» Abonnement
» StN Digital
» Einzelexemplar
» Infos
» Preise