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Mario Gomez im Interview

"Wir blasen in der Rückrunde zur Aufholjagd"

"Keiner ist besser als wir" - Gomez über die Rückrunde.
Foto: dpa

Portimão - Die Wechselgerüchte lassen Mario Gomez kalt. Im Zusammenhang mit dem FC Bayern München interessiert den VfB-Stürmer nur das kommende Pokalspiel am 27. Januar (20.30 Uhr) in der Mercedes-Benz-Arena: "Wir wollen sie aus dem Cup werfen. Das ist unser großes Ziel."

Herr Gomez, gibt es eigentlich eine Frage, die Sie besonders nervt?
Keine Angst. Sie können mich alles fragen. Ich lasse mich nicht aus der Ruhe bringen.

Okay: Bei welchem Club spielen Sie in der kommenden Saison?
Beim VfB Stuttgart, denke ich mal.

Sie denken es nur.
Ich hab' ja schließlich einen Vertrag beim VfB. Alles andere sieht man im Sommer.

Dennoch ist das Interesse des FC Bayern München ungebrochen.
Es ist doch ganz normal, dass im Fußball spekuliert und geredet wird. Das geht den Bayern doch auch so. Da redet man über den möglichen Abgang von Franck Ribéry. Fußball ist eben ein Kommen und Gehen.

Und der Preis entscheidet letztlich darüber, wer wann wohin geht. Hat Bayern-Manager Uli Hoeneß etwa doch recht, wenn er sagt, Sie seien keine 30 Millionen Euro Ablöse wert?
Das ist Ansichtssache des FC Bayern München.

Sind Sie 30 Millionen Euro wert?
Im Augenblick bin ich gar nichts wert. Denn ich komme aus der Jugend des VfB Stuttgart. Was ich mal wert sein könnte, wird man sehen, wenn ich vielleicht einmal den Verein wechseln sollte.

Können Sie sich beim VfB Stuttgart eigentlich optimal weiterentwickeln?
Natürlich. Ich fühle mich hier sehr wohl. Das ist mir das Wichtigste. Und das würde auch den Ausschlag geben, wenn ich einmal wechseln werde. Außerdem habe ich auch mit dem VfB große Ziele. Ich will immer das Maximale erreichen.

Belastet Sie die Diskussion über Ihre Zukunft?
Nein. Ich sage mir immer: Es kommt ohnehin, wie es kommt. Und es geht immer weiter.

Trauen Sie sich jetzt schon den Wechsel zu einem internationalen Spitzenclub zu?
Das hatte ich mir schon vor zwei Jahren zugetraut, als ich ein Angebot von Juventus Turin hatte.

Mit welchen Erwartungen gehen Sie in die Rückrunde?
Wir blasen in der Rückrunde zur Aufholjagd. Mit dem zehnten Platz ist keiner bei uns zufrieden. Und wir wissen: Wir müssen uns vor keiner Mannschaft in der Bundesliga verstecken. Keiner ist besser als wir. Alles ist möglich - wir können alle 17 Spiele in der Rückrunde gewinnen. Mit dieser Mentalität gehen wir an die kommenden Aufgaben ran.

Ist Teamchef Markus Babbel für diesen Mentalitätswechsel verantwortlich?
Klar, der Erfolg gibt ihm recht. Er lebt diese Mentalität vor. Er ist heiß und will den Erfolg. Er macht das wirklich sehr gut - und dazu muss man auch nicht schon zehn Jahre Trainer sein. Er hat eine natürliche Autorität und Ausstrahlung. Das spiegelt sich in der Mannschaft wider.

Was hat sich sonst noch geändert?
Früher war es so, dass wir bei einem Gegentor auseinandergebrochen sind. Vielen macht es jetzt wieder richtig Spaß. Aber wir müssen auf diesem Weg weitergehen...

...und demnächst den FC Bayern München aus dem DFB-Pokal werfen.
Genau. Wir wollen sie aus dem Cup werfen. Das ist unser großes Ziel. Ich weiß, dass die Bayern mit keinem guten Gefühl nach Stuttgart fahren. Und von uns glaubt jeder daran weiterzukommen. Keiner sagt: Oh, Mist! Jetzt müssen wir gegen die Bayern ran. Jeder von uns hat den Mut und die Kraft zu sagen: Wir kommen eine Runde weiter.

Sie klingen wieder zuversichtlicher. Nach der Euro entstand der Eindruck, Sie hätten Ihre Leichtigkeit verloren.
Es war wirklich nicht leicht danach. Schließlich hatte ich bei dieser Europameisterschaft etwas ganz anderes vor. Mein Auftritt dort war sehr, sehr unglücklich. Ich weiß bis heute nicht, woran das lag. Aber das ist jetzt vorbei. Ich habe in der Hinrunde sieben Tore gemacht und will in der Rückrunde wieder treffen. Natürlich am liebsten in jedem Spiel.

Können Sie wieder darüber lachen, wenn Thomas Hitzlsperger nach einem Fehlschuss im Training sagt: Schaut mal, das war jetzt wieder der Nationalmannschafts-Gomez.
(Grinst) Das nehme ich locker. Solche Sprüche gehören dazu. Außerdem gibt es sofort einen Konter für Hitze. Inzwischen kann ich auch über die unglücklichen Szenen bei der Europameistschaft schmunzeln. Es kann eben nicht immer nur bergauf gehen.
 

Fragen von Martin Haar

12.01.2009 - aktualisiert: 12.01.2009 18:21 Uhr

 



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