Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 15.01.2009
Saw 5
Totgesägte leben länger
Wehrlos auf ein Folterbrett gefesselt sieht das Opfer, wie sich ein riesiges Pendel mit scharfer Klinge in Gang setzt. Mit jedem Schwung senkt es sich tiefer in seine Richtung. Die einzige Möglichkeit, den Mechanismus zu stoppen, besteht darin, seine frei beweglichen Hände in ein Mahlwerk zu stecken.
Obwohl schon lange tot, scheint Killer Jigsaw wieder am Werk zu sein. Die bereits vierte Fortsetzung des genialen Horrorfilms "Saw" steht in Sachen expliziter Gewalt seinen Vorgängern in nichts nach. Was sie jedoch vergleichsweise harmlos erscheinen lässt, ist einmal mehr ein fehlender psychologischer Vorbau, der die Zuschauer ganz allmählich auf das unvorstellbare Leiden hinführt. Ohne diesen kann das Gewaltpotenzial kaum Wirkung entfalten. So können sämtliche Folterfallen des neuen Films leider auch hier nicht wettmachen, was den Fortsetzungsfilmen bislang fehlt: echte Spannung.
Wolfram Hannemann
15.01.2009 - aktualisiert: 15.01.2009 11:43 Uhr