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"Onkel" gesteht Missbrauch

Jahrelang an Sohn von Freunden vergangen

Stuttgart/Nürtingen - Ein 43 Jahre alter Mann hat vor Gericht gestanden, den Sohn eines befreundeten Paares über Jahre hinweg sexuell missbraucht zu haben. Zu Beginn der Übergriffe war das Kind sieben Jahre alt. Der Prozess findet weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Er gab sich als väterlicher Kumpel, als guter Onkel. Und er kannte den Jungen des Paares, mit dem er gut befreundet war, von Geburt an. Jetzt sitzt der 43-Jährige auf der Anklagebank vor der 2. Jugendschutzkammer des Landgerichts Stuttgart und sieht sich einer Anklage gegenüber, die 89 Fälle sexuellen Missbrauchs auflistet - 16 davon schwer.

Gleich zu Beginn der Verhandlung hat der Mann, beraten von seinem Verteidiger, ein Teilgeständnis abgelegt. Das verkürzt den Prozess und erspart es dem heute zwölfjährigen Jungen, von den Richterinnen und Richtern befragt werden zu müssen.

Der Angeklagte und das Opfer hatten viel miteinander unternommen: Sport, Radtouren, Ausflüge. Als der Bub sieben Jahre alt war, soll ihn der "Onkel" zum ersten Mal sexuell angegangen haben. Mit Drohungen erreichte er es, dass der Missbrauch geheim blieb. In den folgenden Jahren hat er das Kind der Anklage zufolge regelmäßig bei Besuchen missbraucht.
Selbst als die Familie weggezogen war, kam es bei Besuchen zu sexuellen Übergriffen. Bis Juli vergangenen Jahres ging das so. Die Festnahme des Angeklagten erfolgte schließlich wenige Wochen später.

Die Richter haben dem Angeklagten signalisiert, er werde zu maximal vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt, wenn er ein zufriedenstellendes Geständnis ablegt. Das hat er offenbar getan. Deshalb wird er beim nächsten Prozesstermin am Donnerstag, 5. Februar, zu eben dieser Strafe verurteilt werden.
 

George Stavrakis

03.02.2009 - aktualisiert: 04.02.2009 09:30 Uhr

 



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