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Alternative Heilmethoden (8):

Homöopathie - Globuli gegen Migräne und Allergien

Foto: dpa

Anhängerschaft auch ohne wissenschaftliche Beweise riesengroß
 

Kaum eine alternative Heilmethode ist so umstritten, über keine andere Komplementärmedizin wird so kontrovers diskutiert wie über die Homöopathie. Ihre Anhänger preisen die therapeutischen Erfolge der bis zur Flüchtigkeit verdünnten Wirkstoffe, die in Kügelchen (Globuli), Tabletten und Lösungen angeboten werden. Kritiker prangern sie als unwissenschaftlich an. Doch auch wenn sich die Wirkungen der Homöopathie nicht beweisen lassen, vertrauen Millionen Patienten in Deutschland auf Belladonna, Camphora und Pulsatilla pratensis.

Das von dem deutschen Arzt Samuel Hahnemann (1755 bis 1843) begründete Heilverfahren beruht auf zwei Säulen: der Ähnlichkeits- und der Potenzierungsregel. "Ähnliches soll durch Ähnliches geheilt werden", lautet der wichtigste Glaubenssatz der Homöopathie. An Gesunden soll das Homöopathikum ähnliche Symptome hervorrufen wie die, an denen Kranke leiden. Das Mittel wird in möglichst niedriger Dosis zubereitet. Bei dieser sogenannten Potenzierung wird eine Ursubstanz, gewonnen aus Pflanzen, Mineralien oder tierischen Produkten, so lange mit einer Wasser- oder Alkohollösung verdünnt und verschüttelt, bis das Extrakt mitunter kein einziges Wirkstoffmolekül mehr enthält.

Die Allopathie (Schulmedizin) nimmt dagegen an, dass die Wirkung bis zu einem gewissen Grad mit der Dosis zunimmt. Ein Wirksamkeitsnachweis homöopathischer Mittel ist im Übrigen nicht unbedingt nötig, wie der Europäische Gerichtshof (EuGH) 2005 entschieden hat.

Statistisch gesehen enthalten homöopathische Arzneimittel ab einer bestimmten Verdünnung - etwa D 24, was einem Tropfen der Urtinktur im Mittelmeer entspricht - kein Molekül der ursprünglichen Substanz mehr. Die Homöopathen nehmen an, dass Stoffe in extrem hoher Verdünnung stärker wirken als in konzentrierter Form. In den homöopathischen Heilmitteln müssen keine Rückstände der Ursubstanz mehr vorhanden sein, weil deren Informationen im Wasser energetisch gespeichert sind. Wasser hat folglich ein Gedächtnis und eine Erinnerung. In seiner molekularen Struktur werden Informationen wie auf einem Magnetband gespeichert. Auf diesem Memory-Effekt beruht die gesamte Homöopathie.

Vorteile:
Die Homöopathie behandelt keine singulären Krankheiten und Symptome, sondern den ganzen Menschen. Eine sanfte, ganzheitliche Medizin ohne Nebenwirkungen, betonen ihre Anhänger, die oft dort helfe, wo die Schulmedizin versage. Vor allem bei chronischen Leiden wie Heuschnupfen, Neurodermitis, Migräne, Allergien und Schlafstörungen werden die Mittel erfolgreich eingesetzt. Positiv ist, dass sich Homöopathen für ihre Patienten mehr Zeit nehmen als im schulmedizinischen System üblich.

Nachteile:
Nach Ansicht der Kritiker ist die Homöopathie reine Glaubenssache, für die es keinen überzeugenden wissenschaftlichen Beweis gebe. Naturwissenschaftler gehen davon aus, dass die unbestreitbaren Erfolge der Arzneimittel auf einem Placeboeffekt beruhen. Placebos sind vorgetäuschte Behandlungen oder Scheinmedikamente, die durchaus wirken können. Schon die Vorstellung, dass man eine effektive Arznei erhält, kann bei vielen zum Heilungseffekt führen. Der Placeboeffekt ist keineswegs auf die Homöopathie beschränkt, sondern spielt auch in der Schulmedizin eine wichtige Rolle.


Wer hat recht? Für den Erfolg der Homöopathie scheint dies unerheblich. Unbeeindruckt von schulmedizinischer Skepsis vertrauen sich immer mehr Hahnemanns Jüngern an. "Unser Nachweis sind schlicht und einfach die Patienten", sagt der homöopathische Arzt Wolfgang Springer aus München.

www.www.dhu.de

www.vkhd.de

www.dgkh-homoeopathie.de
 

Markus Brauer

10.02.2009 - aktualisiert: 10.02.2009 17:44 Uhr

 



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