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Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 19.02.2009

Nick und Norah - Soundtrack einer Nacht

Unglaubwürdig

Ein Musikfilm ist dies nicht, auch wenn Indie-Rock-Bands Songs zum Soundtrack beisteuern durften - eher ein Roadmovie mit begrenztem Radius. Nick und Norah haben zwei Dinge gemeinsam: Sie lieben die Band Where is Fluffy?, und sie sind in gewisser Weise "zu haben". Nick (Michael Cera, "Superbad") rennt seiner Ex hinterher, Norah (fast zu profihaft: Kat Dennings) trifft ihren Freund nur noch aus reiner Gewohnheit. Sie hat einen bekannten Vater mit einem legendären Plattenstudio, was ihr die Türen der angesagtesten Clubs öffnet. Außerdem sieht sie gut aus, ist sympathisch und selbstbewusst - und wird trotzdem von allen wie ein Mauerblümchen behandelt. Das macht die Figur ebenso unglaubwürdig wie die gemeinsame Fahrt mit Nick durchs nächtliche Manhattan auf der Suche nach der Lieblingsband.

Der Trip verläuft wie eine Schnitzeljagd, hier ein Hinweis aus dem Radio, dort ein Anruf einer Freundin. Das könnte witzig und überraschend sein, doch Regisseur Peter Sollett und Drehbuchautorin Lorene Scarfaria liefern Klischees, Gags mit Déjà-vu-Faktor und mitunter Fäkalgeschmack sowie eine eher müde, wenig nachvollziehbare Handlung. Nur bei den atmosphärisch dichten Bildern des nächtlichen Manhattan kann der New Yorker Sollett punkten. Ansonsten plätschert der Film weitgehend spannungslos dem vorhersehbaren Happy End entgegen.
 

Eva Maria Schlosser

19.02.2009 - aktualisiert: 19.02.2009 11:56 Uhr

 


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