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Kabarettist Richling warnt vor politischer Einflussnahme

Mathias Richling (li.) mit Bruno Jonas
Foto: ARD

Stuttgart- Im Superwahljahr wehrt sich Mathias Richling als neuer Chef des ARD-Kabarettklassikers "Scheibenwischer" gegen Einflussversuche von Politikern auf das Programm. "Die Vorstellung von Satire in Fesseln ist absonderlich", sagte der 55-Jährige im Interview mit unserer Zeitung. Richling warnte davor, mit der Stoppuhr Fernsehkabarett zu kontrollieren. "Satire gibt keine Wahlempfehlung, sondern unterstützt das wache politische Bewusstsein", sagte der Stuttgarter.

Nach dem Ausstieg von Bruno Jonas will Richling als neuer künstlerischer Leiter im "Scheibenwischer" gemeinsam mit Comedians "noch schneller als bisher auf Neues reagieren". Bei ihm sollen Comedy und Kabarett mit viel Tempo an einem Strang ziehen und damit das Publikum verjüngen. Beide Kunstformen stünden für "anarchisches Denken". Wer komisch sei , müsse nicht automatisch unpolitisch sein. In seiner ersten Sendung am 19. März präsentiert Richling die Comedians Ingolf Lück, Matthias Seling und Philipp Weber. Zu seinen Wunschgästen zählen außerdem Anke Engelke und Harald Schmidt. An Mario Barth denkt Richling erst, "wenn wir den Scheibenwischer im Berliner Olympiastadion produzieren".

Als seine Lieblingspolitiker bezeichnete er Horst Köhler und Ulla Schmidt. Den Bundespräsidenten schätze er "wegen seinen tiefen Ernstes" und die Gesundheitsministerin "wegen ihre Fähigkeit zur Selbstironie". Es störe ihn nicht, wenn das neue Konzept bei den traditionellen "Scheibenwischer"-Zuschauern auf Kritik stößt: "Wir machen das alles ja, um kritisiert zu werden." Unter Quotendruck sieht sich Richling nicht, glaubt aber an einen hohen Marktanteil am 19. März: "Beim Scheibenwischer rechnen wir mit der absoluten Merhheit - denn mit 18 Prozent gibt sich nur die FDP zufrieden."
 


StN

24.02.2009 - aktualisiert: 24.02.2009 17:25 Uhr

 



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