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Kran für Bibliothek 21

Ein Koloss aus 150 Tonnen Stahl

Foto: Piechowski

Stuttgart - Die Baustelle für die neue Bibliothek kommt in Schwung: Bis Freitag soll der erste, 88 Meter hohe Baukran aufgestellt sein. Vier Monate später soll bereits der unter der Bibliothek liegende Stadtbahntunnel fertig sein und der Rohbau für den 40 Meter hohen Kubus Erdgeschossniveau erreichen.

Volkmar Synde hat wenig Zeit. Eingekeilt zwischen die am Boden ruhenden stählernen Segmente des Krans erklärt er in knappen Worten, wie man einen 88 Meter hohen Kran aufbaut. "Erst die Drehbühne auf den Grundturm, beide Ausleger dran und dann mit dem Kletterahmen nach oben", sagt der Vorarbeiter - und eilt weiter.

Der Aufbau des ersten Krans markiert den Beginn der Rohbauarbeiten für die neue Bibliothek auf dem A-1-Areal am Hauptbahnhof. Bis Freitag oder spätestens Montag soll der gelbe Riese einsatzbereit sein - sofern es das Wetter zulässt. "Bei Regen oder starkem Wind geht nichts", ruft Synde herüber. Wenn der Kran steht, wird mit seiner Hilfe auf der anderen Seite der Baugrube einen zweiter Kran aufgestellt.

"Im Grunde ist das wie Lego, nur größer", sagt Polier Peter Wegmann von der Firma Max Bögl, deren Stuttgarter Niederlassung die Bibliothek baut. Die unteren Teilstücke des rund 150 Tonnen schweren Krans werden mit einem Autokran auf ein 540 Tonnen schweres Fundament gesetzt, das die Arbeiter neben der Baugrube betoniert haben. "Später wird das Oberteil des Kran mit Auslegern, Kabine, Winden und Stahlseilen am Boden montiert und auf den Turm aufgesetzt", erklärt Wegmann. Dann drückt der so genannte Kletterrahmen, der den Turm umschließt, das komplette Oberteil hydraulisch nach oben. In die Lücke wird das nächste Turmsegment eingefügt und mit unterarmdicken Bolzen gesichert. Dann wird der Rahmen nach oben versetzt, um dort die nächste Lücke zu schaffen. So klettert der Turm Stück um Stück nach oben.

Bis zu zehn Tonnen kann der Kran-Typ 180 EC-H anheben, am äußersten Punkt des Auslegers sind es immer noch 2,6 Tonnen. Die Tragfähigkeit wird in den nächsten Monaten gebraucht: Bereits in der kommenden Woche beginnen die Arbeiten für die Bodenplatte des Stadtbahntunnels, der die Bibliothek unterquert. Ende März werden die Seitenwände des Tunnels betoniert; im Juni soll der Tunneldeckel fertig sein, der die unterste Ebene der Bibliothek bildet. Nach Rücksprache mit der Stadt peilt Hönnicke die Fertigstellung des Gebäudes im Frühjahr 2010 an. Der Innenausbau und die Einrichtung der Bibliothek wird sich bis Sommer 2011 hinziehen.
 

Michael Isenberg

25.02.2009 - aktualisiert: 26.02.2009 09:59 Uhr

 



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