Stuttgart - Grausiger Fund in der Halle einer Entsorgungsfirma in Plochingen: Bei der Müllsortierung stieß ein Mitarbeiter am Freitag auf ein totes Baby in einem Plastiksack. Die Leiche ist vermutlich zusammen mit Treibholz aus dem Neckar gefischt worden.
Das Bild, das sich einem Mitarbeiter der Schrott- und Metallhandelsfirma Kaatsch im Plochinger Hafen am Freitagmorgen bot, war furchtbar. Als er um 9.40 Uhr in einer Halle mit der Sortierung von Holzabfällen beschäftigt war, stieß er in einem Container auf einen aufgeplatzten Plastiksack. Heraus schaute die Leiche eines Säuglings.
Woher das Kleinkind stammt, stellte die Polizei zunächst vor ein Rätsel. "Wir können noch nichts sagen, außer dass es sich um einen Buben handelt", so Sprecherin Viola Dierenbach. Weder zur Identität noch zum tatsächlichen Alter lagen zunächst Erkenntnisse vor. Allerdings scheint es möglich, dass das Baby bereits seit mehreren Tagen tot ist. Noch am Freitagabend sollte eine Obduktion die näheren Todesumstände klären. Erste Ergebnisse werden erst an diesem Samstag erwartet.
Ziemlich sicher ist allerdings, wie die Leiche auf den Lagerplatz im Plochinger Hafen gelangt ist. An allen Schleusen neckarabwärts sind Container eingelassen. Treibholz und andere Gegenstände, die an den Rechen hängenbleiben, landen vollautomatisch in diesen Containern. Sind sie voll, werden sie von einem Transportunternehmen eingesammelt und nach Plochingen zum wiegen und zur Verwertung gebracht.
"Im Zuge der Nachverfolgung des entsprechenden Containers deutet alles darauf hin, dass die Babyleiche an der Schleuse Bad Cannstatt an der König-Karls-Brücke dort hineingelangt ist", sagt Dierenbach. Das bedeutet, dass das Kind vermutlich irgendwo zwischen der benachbarten Untertürkheimer Schleuse und Bad Cannstatt ins Wasser geworfen wurde und schließlich am Stauwehr hängen geblieben ist.
Es ist noch nicht lange her, dass ganz in der Nähe des Cannstatter Wehrs ein ähnlicher Fall für großes Aufsehen gesorgt hat. Erst im Dezember hatte eine 33-jährige Frau ihre vier Jahre alte Tochter an der Untertürkheimer Schleuse ins eiskalte Wasser geworfen und so getötet. Ein Schleusenwärter hatte den kleinen Körper auf einem Videomonitor entdeckt und die Polizei alarmiert.
Hinweise zur Identität und Herkunft des Kindes nimmt die Polizei unter der Rufnummer 8990 - 6333 entgegen.