Wiesbaden/Mannheim - Der Mannheimer Volkswirtschaftler Wolfgang Franz ist neuer Vorsitzender der sogenannten Wirtschaftsweisen. Der Chef des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZWE) wurde am Mittwoch für die kommenden drei Jahre gewählt, teilte der Sachverständigenrat zur Begutachtung des gesamtwirtschaftlichen Lage in Wiesbaden mit.
Der 65-Jährige tritt die Nachfolge von Bert Rürup an, der in die Privatwirtschaft wechselte. Der neue Kopf der "fünf Wirtschaftsweisen" gehört zu den führenden deutschen Arbeitsmarktexperten. Er berät seit 2003 als Mitglied des Sachverständigenrates die Bundesregierung. Zuvor hatte er bereits von 1994 bis 1999 dem Gremium angehört.
Am Montag war mit Christoph Schmidt ein ausgewiesener Arbeitsmarktexperte in den Sachverständigenrat berufen worden. Schmidt ist Präsident des Essener Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) und bekam nach Angaben des Rates ebenfalls am Mittwoch offiziell eine Ernennungsurkunde von Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) überreicht. Zudem wurde der Würzburger Volkswirtschaftler Peter Bofinger für weitere fünf Jahre in der Rat der "Wirtschaftsweisen" berufen.
Der Sachverständigenrat berät die Bundesregierung in gesamtwirtschaftlichen Fragen. Dazu erstellen die "fünf Wirtschaftsweisen" jährlich ein Gutachten zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands. Dem Rat gehören neben neben Franz, Schmidt und Bofinger auch die Ökonomin Beatrice Weder di Mauro und der Regensburger Volkswirtschaftler Wolfgang Wiegard an.