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Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 05.03.2009

Die Reise zum Mittelpunkt der Erde

Die Handlung als Alibi für 3-D-Effekte

Erinnern Sie sich noch an den Abenteuer-Klassiker, in dem James Mason mit seinen Gefährten tief ins Innere der Erde hinabsteigt? Bereits 1959 wurde Jules Vernes Roman "Die Reise zum Mittelpunkt der Erde" verfilmt - in prächtigem Cinemascope. Jetzt also das Ganze noch einmal, und dank Spezialbrillen und digitaler Projektion sogar raumgreifend plastisch. Wie schon damals tauchen auch jetzt wieder wackere Forscher kilometerweit ins Erdinnere vor. Als Navigationshilfe dient ihnen dabei - man soll es kaum glauben - die Vorlage selbst: eben jener Roman von Jules Verne!

Die Neuverfilmung des Abenteuerstoffes wirkt leider wie ein um die dritte Dimension ergänztes kleines Fernsehfilmchen. Schon bald entlarvt sich die dümmliche Handlung als Alibi für die Zurschaustellung dreidimensionaler Effekte. Die allerdings sind - das muss man fairerweise bekennen - durchaus überzeugend. Da springt, spuckt, fliegt, hüpft und schnellt jeder nur erdenkliche Gegenstand scheinbar aus der Leinwand direkt in den Zuschauerraum, so dass man fast schon in Deckung gehen möchte.

Doch die Freude an so viel Dreidimensionalität nutzt sich schnell ab und ermüdet. Übrig bleibt ein fader Rumpf von Film, der auf Dauer weniger unterhaltsam als nervtötend ist. Nicht einmal die Konfrontation der Helden mit gefräßigem Urweltgetier vermag das Werk zu retten. Trotzdem ein Warnhinweis: T-Rex und Kollegen in drei Dimensionen könnten für kleinere Kinder zu viel des Guten sein.
 

Wolfram Hannemann

05.03.2009 - aktualisiert: 05.03.2009 10:42 Uhr

 


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