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Alternative Heilmethoden (13):

Kinesiologie - Diagnose mit dem Muskeltest

Geschwächte Muskeln können auf gesundheitliche Störungen hinweisen
 

Termin bei einem Kinesiologen: Der Therapeut fordert den Klienten auf, einen Arm im rechten Winkel seitlich zu halten - etwa in Schulterhöhe. Dann legt er seine Hand auf dessen Handgelenk und versucht den Arm gegen den Widerstand nach unten zu drücken. Der Arm bleibt im Gelenk "eingerastet", wie es in der Kinesiologen-Sprache heißt. Dann gibt der Therapeut dem Klienten eine Tablette in die andere Hand und wiederholt den Test. Und siehe da: Der Arm lässt sich ganz leicht nach unten drücken. Die Diagnose: Der Klient hat eine Unverträglichkeit gegen die betreffende Arznei.

Der hier beschriebene kinesiologische Muskeltest ist das Herzstück der alternativmedizinischen Methode. Mit Hilfe dieses Tests versuchen Kinesiologen herauszufinden, ob jemand negativ auf bestimmte Substanzen und Nahrungsmittel, aber auch auf Emotionen, Situationen und Informationen reagiert. Der Körper wird mit Hilfe des Muskeltests regelrecht befragt. Je nachdem wie der Arm reagiert - ob er nachgibt oder "einrastet" -, gibt er nach Ansicht der Kinesiologie eine Antwort auf eine zuvor formulierte Frage.

Der Muskeltest ist einem Lügendetektor vergleichbar. Der Körper hat immer recht und lügt nicht, lautet das diagnosti- sche Leitmotiv der Kinesiologie. Mit Hilfe des Muskeltests lässt sich demnach feststellen, ob dem Organismus etwa Mineralien oder Vitamine fehlen; ob Vergiftungen vorliegen; ob es allergische Unverträglichkeiten gibt; ob Pillen oder Tropfen schädlich sind; oder ob eine Zahnfüllung besser schleunigst entfernt werden sollte.

Die sogenannte Angewandte Kinesiologie wurde 1964 als Testverfahren von dem amerikanischen Chiropraktiker George Goodheart entwickelt und danach von seinen Schülern weiter ausgebildet. Goodheart und seine Nachfolger greifen auf Vorstellungen der chinesischen Medizin und Philosophie zurück - insbesondere auf die traditionelle Lehre von den Meridianen (Energiebahnen), die den ganzen Körper durchziehen und in denen die Lebensenergie Qi fließt. Kinesiologen gehen davon aus, dass die Muskeln mit den Akupunkturmeridianen korrespondieren und sich durch die jeweilige Muskelfunktion auf den Energiefluss im Meridian schließen lässt.

Generell dient der Muskeltest als ein sogenanntes Biofeedback-System, mit dem auch geeignete - in der Regel homöopathische und pflanzliche - Arzneimittel identifiziert werden können. "Diese Rückmeldesystem ist sehr einfach und präzise", heißt es auf der Homepage der Deutschen Gesellschaft für Angewandte Kinesiologie (DGAK). "Über das Biofeedback-System des Muskeltestens gelingt es, den Körper auf einfache Art zu befragen." Die Kinesiologie wird vornehmlich von Heilpraktikern, zunehmend aber auch von Ärzten angewendet. Es existieren verschiedene Techniken wie Touch for Health, Edu-Kinestetik, Three In One Concepts oder IK-Kinesiologie.


Vorteile:
Als ganzheitliches diagnostisches und therapeutisches Verfahren will die Kinesiologie vor allem Krankheiten vorbeugen und die Gesundheit fördern. Sie beeinflusst - bei strikter Befolgung der Therapievorschläge - den Heilungsprozess günstig, indem blockierte Energien wieder gelöst werden.

Kinesiologische Behandlungen sind beispielsweise indiziert bei Rückenschmerzen, Migräne, Verspannungen, Allergien oder depressiven Verstimmungen. Sie können aber auch das persönliche Lernpotenzial fördern und positiv bei Hyperaktivität und Prüfungsstress wirken.

Nachteile:
Die AOK kritisiert, dass die Kinesiologie den Grundlagen der modernen Medizin widerspräche. Zudem gebe es bisher keine glaubwürdigen Belege für die postulierten Wirkungen. Kosten für kinesiologische Anwendungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen. Der Patientenschutzverein Promed bemängelt, dass es sich um eine Methode "ohne diagnostischen Wert" handle. Andere Kritiker werfen der Kinesiologie vor, dass ihre Wirksamkeit nicht über die eines Placebos hinausgehe. Mit Hilfe unzureichender Instrumentarien würde sie zu falschen Diagnosen und Therapien kommen.


www.dgak.de

www.kinesiologen.de

www.icak.com
 

Markus Brauer

24.03.2009 - aktualisiert: 24.03.2009 18:11 Uhr

 



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