Jackson Browne im Theaterhaus
Jede Idylle hat ihre Tücken
Kalifornischer Wohlfühlklang mit Biss
"Thank you for being here", sagt Jackson Browne beinahe demütig im ausverkauften Saal mit 1100 Besuchern, die ihn mit warmem Applaus begrüßen. Mit 60 hat der Singer-Songwriter aus Kalifornien noch die Stimme und bisweilen auch die linkische Ausstrahlung eines jungen Mannes, und er ist ein Kind der 70er Jahre geblieben: Er lässt ein analoges Wohlfühl-Klangbad ein, das von Liebe, Lust und Leben kündet, aber immer auch von der dunklen Gewissheit, dass jede Idylle ihre Tücken hat. In "Barricades of Heaven" erzählt Browne vom Aufwachsen, in "Fountain of Sorrow" von einer Verflossenen, und in "Time the Conqueror", dem Titelsong des aktuellen Albums, philosophiert er träumerisch übers Dasein. Ein Medley aus "Doctor My Eyes" und "About My Imagination" wird zum ersten Höhepunkt, und bei "Running on Empty" springen die Leute von den Sitzen und fordern im Anschluss lautstark "Take it Easy" und "Stay". Jackson Browne spielt keines von beiden - dafür aber die sonnige Pop-Hymne "Somebody's Baby", die perfekt zur lauen Stuttgarter Frühlingsnacht passt und deren Melodie lange im Kopf nachhallt.
Bernd Haasis
21.04.2009 - aktualisiert: 21.04.2009 19:19 Uhr