Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 14.05.2009
17 Again
Mike macht es besser
Der vierzigjährige Mike O'Donnel hat schon bessere Zeiten gesehen. In seiner Firma wird er bei der anstehenden Beförderung übergangen, seine Kinder halten ihn für einen Loser, und die Ehe mit seiner College-Liebe Scarlet ist ein Scherbenhaufen. Doch Mike erhält eine zweite Chance. Bei dem Versuch, einen Bekannten aus einem Fluss zu retten, wird er auf wundersame Weise in einen Teenager zurückverwandelt.
Für Mike wird ein Märchen wahr: Mit der Erfahrung des Vierzigjährigen und der Energie eines Siebzehnjährigen die Vergangenheit noch einmal zu durchleben - traumhaft. Vor allem dann, wenn man das Gefühl, dass einem das Leben noch alle Möglichkeiten bietet, frühzeitig verloren hat. Mike war damals der unumstrittene Star des Basketballteams mit glänzenden Berufsaussichten. Er hat darauf verzichtet, nachdem er kurz vor einem alles entscheidenden Spiel erfahren hatte, dass seine Freundin schwanger ist. Jetzt hat er die Möglichkeit, sein Leben vollkommen neu auszurichten. Mike ergreift also eine Chance und geht noch einmal auf das College seiner Jugendzeit.
Vordergründig ist "17 Again" ein Kinomärchen für Männer in der Midlife-Crises. Aber was in dem dreiteiligen Blockbuster-Spektakel "Zurück in die Zukunft" mit weitaus größerem Konfliktpotenzial thematisiert wurde, plätschert in "17 Again" eher gemütlich vor sich hin. Das liegt an der Konstruktion der Geschichte: Was Mike zwischen siebzehn und vierzig erlebt hat, wird einfach ausgeklammert. Warum der einst so gefeierte Basketballstar in der Ehe zum Versager mutierte, erfahren wir nicht.
Mädchenschwarm Zac Efron verkörpert Mike mit viel Coolness
Und so wirkt es etwas aufgesetzt, wenn Mike sich wieder an der Highschool einschreibt, und plötzlich erfährt, dass sein Sohn gar nicht bei den Frauen ankommt und dass seine Tochter in einen Schläger verliebt ist. Natürlich kann er jetzt als Gleichaltriger seinen Kindern aus der Patsche helfen, die alle Ratschläge von ihm als Vater ignoriert hätten. Doch gerade in diesen Konstellationen ist die Geschichte nicht präzise. Denn wie soll man seinen Kindern ein Vorbild sein, wenn man selbst nichts aus seinem Leben gemacht hat.
Als Reflexion über die Zeit und welche Spuren sie hinterlässt, taugt der Film nicht. Als College-Geschichte funktioniert "17 Again" aber ganz gut. Das liegt an Zac Efron, der sowohl den jungen als auch den verjüngten Mike mit viel Coolness verkörpert. Mädchenschwarm Efron verkörpert alles, was man für eine auf Happy End ausgerichtete Geschichte braucht. Nicht ohne Grund ist "17 Again" in den USA sofort auf Platz eins der Charts gesprungen. Und aus der Sicht der Jüngeren interessiert es wirklich nicht, dass dieser tolle Typ aus der Zukunft kommt und seinen ersten Lebensentwurf so richtig versiebt hat. Wenn man siebzehn ist, steht einem die Welt offen; unabhängig davon, was die Älteren schon alles durchgemacht haben.
Klaus Friedrich
14.05.2009 - aktualisiert: 14.05.2009 13:35 Uhr