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Umzug von Heidelberg nach Wiesbaden?

USA hält vorerst an Armee-Verlegung fest

Stuttgart - Heidelberg und Mannheim haben den Kampf um die dort stationierten US-Soldaten noch nicht aufgegeben – obwohl die negativen Signale aus der US-Hauptstadt Washington nicht abreißen.

Eigentlich wollte Bundesverteidigungminister Franz-Josef Jung am Donnerstag über das deutsche Militär sprechen. Über die weltweiten Herausforderungen deutscher Soldaten, und wie die Politik damit umgehen sollte. Doch dann wurde Jung am Rande des ersten Heidelberger Sicherheitsforums gefragt, wie es denn um die geplante Verlagerung des US-Hauptquartiers von Heidelberg nach Wiesebaden stehe.

Jung antwortete, dass auch unter dem neuen Präsidenten Barack Obama die US-Regierung an ihren Plänen festhalte, das europäische Hauptquartier der US-Armee von Heidelberg nach Wiesbaden zu verlegen. Für den Abzug der Truppen gebe es zwar noch keinen Zeitpunkt. "Vom Grundsatz her hat sich nach meinem Kenntnisstand aber nichts geändert", sagte Jung.

Die USA strukturieren derzeit weltweit ihre Armee und deren Standorte um. Seit 2005 ist bekannt, dass das europäische Hauptquartier nach Wiesbaden ziehen soll.

Dass der Abzug des US-Hauptquartiers nun nicht mehr zu stoppen sei, wie eine Nachrichtenagentur danach meldete, davon wollte man bei der Stadt Heidelberg am Donnerstag aber nichts wissen. "Der Umzug nach Wiesbaden ist noch längst nicht beschlossene Sache", sagte eine Sprecherin. Auch der Heidelberger Bundestagabgeordnete Karl Lamers (CDU) hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Lamers hatte sich in den vergangenen Monaten immer wieder dafür stark gemacht, dass die US-Soldaten bleiben. "Mir liegen keine Informationen vor, dass bereits eine Entscheidung getroffen wurde", sagte er. Im Gegenteil: Die neue US-Regierung benötige "etwas Zeit", um zu einem endgültigen Entschluss zu kommen.

Vielen Politikern in der US-Regierung sei bis vor kurzem noch gar nicht klar gewesen, wie viel eine Truppenverlagerung nach Wiesbaden kosten könnte: eine Milliarde Euro nämlich, wie Heidelbergs Oberbürgermeister Eckart Würzner (parteilos) schätzt. Bliebe das US-Hauptquartier - hier arbeiten etwa 8000 Soldaten - jedoch in Heidelberg und Mannheim könne die US-Regierung Millionen von Dollar sparen.

Und wie? Auch das hat die Heidelberger Stadtspitze genau ausgerechnet. In der Stadt liegen die verschiedenen US-Standorte überall verstreut. Warum sie also nicht zusammenlegen? Hierfür könne man die amerikanische Siedlung Patrick-Henry-Village am Rand von Heidelberg erweitern.

Mit diesem Plan sind Heidelbergs OB Würzner und der Mannheimer OB Peter Kurz (SPD) Mitte Februar auch nach Washington gereist und sind zu Gesprächen im US-Verteidigungsministerium empfangen worden. "Wir sind überall auf sehr offene Ohren gestoßen", sagten die beiden Rathauschefs danach. Mit der Landesregierung zeigten sich Würzner und Kurz äußerst zufrieden. Sie habe die beiden Städte immer gut unterstützt. Von Berlin erhoffe man sich nun dasselbe. Die USA jedenfalls wundere sich, warum sich die Bundesregierung nicht stärker für einen Verbleib des europäischen Hauptquartiers in Heidelberg einsetze.

Zu Hilfe kommen könnte Heidelberg und Mannheim aber auch eine ganz andere Entwicklung: die weltweite Wirtschaftskrise. Der Bundestagsabgeordnete Lamers kann sich durchaus vorstellen, dass sich Obama den Abzug aus Heidelberg spart. Im wahrsten Sinne des Wortes.
 

Hilmar Pfister

15.05.2009 - aktualisiert: 15.05.2009 18:08 Uhr

 



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