Stuttgart - Es ist seine erste Trainerstation, doch überzeugen muss Markus Babbel keinen mehr. Am Samstag kann der 36-Jährige mit dem VfB Stuttgart die Saison krönen.
Herr Babbel, wenn Ihnen im November 2008 jemand gesagt hätte, dass es im letzten Spiel gegen den FC Bayern mindestens um Platz zwei geht, was hätten Sie erwidert?
Da zuzustimmen wäre sicher ein wenig wagemutig gewesen. Aber auch wenn es sich vielleicht blöd anhört: Dass wir uns eine gute Ausgangsposition erarbeitet haben, hat mich nicht überrascht.
Was Sie vorleben, ist das Streben nach dem Maximum. Waren Sie schon immer so? (lacht) Ach was, in der Schule war es teilweise eine Katastrophe. Das kam später - und ist ganz klar die Bayern-Schule.
Jetzt geht es erstmal gegen die Bayern - und der Druck lastet auf den Münchnern. Der VfB hätte auch mit Platz vier schon viel erreicht, aber wenn der FCB nur Vierter wird ...... dann wird es dort brennen. Aber ehrlich gesagt, interessiert mich gar nicht, was da los ist. Wir schauen auf uns, wir wollen es locker angehen, aber auch hochkonzentriert.
Man nennt Sie schon Ottmarle - in Anlehnung an ihren Lehrmeister Ottmar Hitzfeld.Es war wirklich ein Glück, unter ihm arbeiten zu dürfen. Diese Akribie, aber vor allem dieser Optimismus waren klasse. Aber auch Giovanni Trapattoni, Jupp Heynckes und Hermann Gerland haben mich geprägt.
Werden Sie vor diesem besonderen Spiel an Ihren Gewohnheiten etwas ändern?Wir versuchen, alles zu machen wie immer.
Sind Sie dabei abergläubisch?Ja, auch wenn ich mir manchmal danach denke: Spinnst du eigentlich?
Welches Ritual haben Sie denn?Ich habe mal angefangen, bei Abendessen vor den Spielen drei Kugeln Eis zu essen - für drei Punkte. Und ich werde auch am Freitag wieder Eis essen.