Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 28.05.2009
Der Womanizer - Die Nacht der Ex-Freundinnen
Selbstverliebter Playboy
Starfotograf Connor ist ein Playboy. Skrupel kennt er nicht einmal, wenn er per Telefonkonferenz drei Freundinnen abserviert und gleichzeitig ein neues Date klarmacht. Doch am Vorabend der Hochzeit seines Bruders soll sich alles ändern: Der Geist seines längst verstorbenen Onkels (köstlich: Michael Douglas) verkündet Connor, dass er noch in dieser Nacht von den Geistern dreier Ex-Freundinnen heimgesucht werden wird, um ihn mit seinem unmoralischen Leben zu konfrontieren.
Regisseur Mark S. Waters interpretiert Charles Dickens' berühmte Weihnachtsgeschichte sehr amerikanisch um. Doch weniger Spezialeffekte, kreischende Brautjungfern und ungehemmte Verbalerotik hätten dem Film gutgetan. So ist eine jener typisch überdrehten Komödien entstanden, die zwar eine Botschaft vermitteln möchte, diese jedoch durch die plumpe Inszenierung fast erdrückt. Auch wird die stets vorhersehbare Handlung von sich in Klischees verlierenden Protagonisten nicht wirklich getragen.
Was übrig bleibt ist viel zu seicht, um als Moralappell zu funktionieren, macht jedoch wenigstens Lust darauf, das Original von Charles Dickens zu lesen.
Wolfram Hannemann
28.05.2009 - aktualisiert: 28.05.2009 10:05 Uhr