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Nach Bundestagsbeschluss

Heroinprojekt soll ausgeweitet werden

Künstliches Heroin wird schon in einigen wenigen Modellversuchen ausgegeben (Archivbild).
Foto: dpa

Stuttgart/Karlsruhe - Nach dem Bundestagsbeschluss zur Abgabe von künstlichem Heroin an Abhängige soll das lange umstrittene Karlsruher Heroinprojekt auf andere Städte ausgeweitet werden. Ein Konzeptpapier aus dem baden-württembergischen Sozialministerium sieht sieben weitere Standorte für die entsprechende Behandlung Schwerstabhängiger vor: Stuttgart, Mannheim, Freiburg, Heilbronn, Singen, Ulm und Ravensburg.

Ohne Fraktionszwang hatte der Bundestag am Donnerstag einen von der SPD initiierten Antrag beschlossen. Voraussetzungen für eine Behandlung mit künstlichem Heroin (Diamorphin) sind demnach eine Drogenabhängigkeit von mindestens fünf Jahren, zwei erfolglose Therapieversuche mit Methadon sowie ein Mindestalter von 23 Jahren.

Der Städtetag im Südwesten begrüßte die Entscheidung. In erster Linie gehe es "um eine Überlebenshilfe für Menschen, denen anders nicht mehr geholfen werden kann", betonte Verbandssprecher Manfred Stehle. Es sei davon auszugehen, dass in Baden-Württemberg etwa 250 bis 300 Schwerstabhängige die strengen Voraussetzungen für eine Heroinabgabe erfüllen. Für sie müssten landesweit ambulante Vergabestellen eingerichtet werden.
 


dpa/lsw

29.05.2009 - aktualisiert: 29.05.2009 08:34 Uhr

 



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