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"Wetten, dass . . .?" aus Mallorca

Gottschalk gibt den Ballermann

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Foto: dpa

Ole oder Oje? Die Sommerausgabe von "Wetten, dass . . .?" in der Stierkampfarena von Palma de Mallorca wurde zum kuriosen Spektakel. All-inclusive-Kurzurlaub im Zweiten. Und Thomas Gottschalk gab den Ballermann.

Mehr als drei Stunden lang animierte sich Thomas Gottschalk durch ein schrilles Party-Programm, bei dem man als daheim in Deutschland zurückgelassener Zuschauer nicht recht wusste: gruseln oder mitschunkeln? Das Urlauber-Publikum in der Stierkampfarena von Palma jedenfalls war ganz aus dem Häuschen und entschied sich konsequent fürs Schunkeln. Als Gottschalks Geplauder mit Wayne Carpendale oder Hardy Krüger junior gar zu fad wurde, inszenierten die Zuschauer kurzerhand ihre eigene Sause mit La-Ola-Wellen und Parteigängern. Nur die Show da unten in der Arena störte zuweilen.

So recht hatte Gottschalk vorab selbst nicht gewusst, was von seiner Balearen-Fete zu halten sei. Einerseits deklarierte er die Show als "sommerlichen Betriebsausflug". Andererseits hatte er bei der Pressekonferenz vorab die Qualitätsoffensive ausgerufen und gegen Dschungelshow & Co. gestänkert. "Es gibt eine Latte, unter der ich nicht durchkomme", hatte er verkündet. Doch diese Sendung bewies: Wenn es um seine Quote geht (die diesmal mit 9,29 Millionen Zuschauern für eine Sommerausgabe erstaunlich gut ausfiel), kommt der Entertainer wie ein Limbo-Tänzer unter jeder noch so niedrigen Latte durch.

Im weißen Outfit, mit wuchtiger Halskette und weit geöffnetem Hemd als Kiez-König von Mallorca verkleidet, führte Show-Torero Gottschalk durch eine Show, die wie eine Ausgabe von "Fernsehgarten reloaded" wirkte. Mehr Spar-Gäste als Star-Gäste, vom blödelnden Otto Waalkes über den sprechenden Muskel Ralf Möller bis zu den Schauspielern Wayne Carpendale und Hardy Krüger junior. Dazu Placido Domingo, der mit den 9000 Zuschauern "Eviva Espana" schmetterte. Topmodel Naomi Campbell war zwar schon auf der Insel eingeschwebt, wurde aber vom ZDF wieder ausgeladen, weil sie nur bis 21.30 Uhr bleiben wollte. Recht so! Dafür sprang Heidi Klums neuestes Topmodel Sara ein - und die machte ihre Sache so locker und unverkrampft, als ob sie seit Jahren vor der Kamera steht.

Bisweilen konnte einen der Stierkrampf als Zuschauer auf die Palma treiben. Wobei: Oft war's auch reichlich amüsant. Nicht zuletzt dank der quietschvergnügten, aber etwas zickigen Michelle Hunziker. Nach ihrer verlorenen Wette zierte sie sich zunächst, ins Wasser zu gehen. "Du hast dich lang genug gewehrt, jetzt ist Schluss", beorderte Gottschalk sie hinter die Bühne. Im Badeanzug mit Schweizer Fahne tauchte sie dann wieder auf und im Pool ab.

Wo wir gerade bei leicht bekleideten hübschen Damen sind: Wie bei einer Beach-Party johlte das Publikum, als 25 junge Mädchen in Hot Pants und BH in der Arena auftauchten. Wettkandidat Dominik Brandtönies, sozusagen Wonderbra-Sachverständiger, öffnete den Mädels mit chinesischen Essstäbchen in Rekordzeit die BHs. Gottschalk hatte reichlich Gelegenheit, bei den Damen Hand anzulegen. Und alle Männer in der Arena beneideten den Moderator in dem Moment um seinen Job.

Zentrales Fazit des TV-Events: "Wetten, dass...?" präsentierte sich nur wenig über dem Niveau einer Malle-Party, wie sie RTL produziert hätte. Aber diese Show mit Marco Schreyl oder Oliver Geissen als Moderator mag man sich nicht mal in den schlimmsten Albträumen vorstellen.
 



Jörg Heinrich

15.06.2009 - aktualisiert: 15.06.2009 14:43 Uhr




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