Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 18.06.2009
Imposante Panoramen
Die Stimme des Adlers
Mongolenjunge Bazarbai träumt davon, in der Stadt auf die Schule zu gehen. Doch sein Vater lässt ihn nicht ziehen und schickt stattdessen den älteren Bruder zum Arbeiten in die Stadt. Bazarbai soll in der Steppe die Jagd mit dem Adler erlernen. Der Kleine büxt samt Vogel aus, folgt seinem Bruder und gerät in ein gefährliches Abenteuer.
René Bo Hansens Film übers Erwachsenwerden beruht auf einer wahren Geschichte, trägt aber märchenhafte Züge und stimuliert die Fantasie. Er entstand unter extremen Bedingungen in der Mongolei, wo Temperaturen von bis zu minus 25 Grad und trockene, staubige Luft den Einsatz von Negativfilmen unmöglich und Digitalkameras erforderlich machten. Dass sich der Aufwand gelohnt hat, beweisen die imposanten Landschaftsaufnahmen, die den eigentlichen Reiz des mit Laiendarstellern besetzten Films ausmachen. Unverständlich bleibt, warum angesichts beeindruckender Panoramen auf das Cinemascope-Format verzichtet wurde. Wer andere Kulturen spannend findet oder sich für die Beziehung von Mensch und Tier interessiert, der ist bei diesem familientauglichen Film gut aufgehoben.
Wolfram Hannemann
18.06.2009 - aktualisiert: 18.06.2009 11:26 Uhr