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Sommermode

"Die Neunziger sind zurück!"

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Foto: Mango

Stuttgart - Was ist in, was ist out? Ein Blick zu den Modeschauen hilft nicht immer weiter. So manche Trends schaffen es nie vom Laufsteg auf die Straße. Wir wollten wissen, was man diesen Sommer trägt und haben eine Trendspezialistin gefragt - Modebloggerin Vanessa Mazal.

Jungen Frauen reicht es nicht mehr nur über Mode zu reden. Sie wollen auch darüber schreiben. Im ganzen Land sprießen Modeblogs in der virtuellen Landschaft des Internets. Modeinteressierte Frauen berichten hier über neue Trends, präsentieren ihre letzten Einkäufe und tauschen sich mit Gleichgesinnten aus.

Der meistbesuchte Modeblog in der Region heißt Panda Fuck. „Ich liebe Pandabären, und Fuck war damals mein Lieblingsschimpfwort“, erklärt Vanessa Mazal, die den Blog mit dem sonderbaren Namen vor anderthalb Jahren ins Leben gerufen hat. Inzwischen verzeichnet ihre Internetseite etwa 60.000 Klicks pro Monat.

Die 20-Jährige aus Schwäbisch Gmünd hat gerade erst ihr Abitur gemacht, mit Mode beschäftigt sie sich aber schon lange. „Schon in der Grundschule war ich modeverrückt und wusste immer, was ich anziehen will.“

Stars der Szene können vom Bloggen leben

Im Laufe der Zeit entdeckte sie zudem ihre Leidenschaft für das Schreiben. „Außerdem bin ich ein Tekki, ich mag technische Sachen und mit Internet und Computer kenne ich mich eben gut aus.“ Ein Modeblog zu starten, lag bei diesen Voraussetzungen auf der Hand.

Ihr Leben in der Provinz hat ebenfalls eine Rolle gespielt. Nicht nur in der Grundschule stand sie in Schwäbisch Gmünd mit ihrem Modeinteresse ziemlich alleine da. „Ich fand bei uns eben niemand, mit dem ich wirklich über Mode sprechen konnte.“ Im Internet erreicht sie nun solche Leute.

Bloggende Vorbilder hat sie keine. Doch es gibt so etwas wie Stars der Szene. Manche Modebloggerinnen der ersten Stunde können inzwischen von ihren Internetauftritten leben und reisen von Modenschau zu Modenschau. So wie Julia Knolle (Berlin) und Jessica Weiß (Köln), deren Blog Les Mads monatlich 230.000 Besucher zählt, und vom Burda-Verlag gesponsert wird. „Einen richtigen Einblick in die Modewelt zu bekommen, das wär’ natürlich ein Traum“, sagt Vanessa Mazal.

Die Moderbloggerin selbst kauft von der Stange

Den ersten Schritt in diese Richtung hat die 20-Jährige bereits hinter sich. Das Onlineportal Glam.de hat sie im Januar zur Fashion Week nach Berlin eingeladen, zum Top-Blogger-Treffen. Doch normalerweise verfolgt sie die Laufstegauftritte in Schwäbisch Gmünd auf dem Bildschirm ihres Rechners. „Ich warte immer auf die Shows. Man kann sie ja fast zeitgleich im Internet verfolgen und dann wird diskutiert.“ Auf ihrer Seite versteht sich.

Sie selbst bedient sich bei der Kleiderwahl weitgehend von der Stange bekannter Modeketten, aber auch gerne in Secondhand-Läden oder im Internet. „Ich kaufe gerne viel, dafür billig." So manches Teil verkauft sie ziemlich schnell wieder im Internet. "Es ist ein permanenter Austausch. Ich kombiniere immer wieder neu, weil ich schnell gelangweilt bin.“

Und wie geht es nun nach dem Abitur weiter? Was sie genau machen will, weiß Vanessa Mazal noch nicht. Für eine Ausbildung zur Modedesignerin fehlt ihr das handwerkliche Geschick und die Geduld. „Irgendetwas mit Mode und Medien“ soll es aber auf jeden Fall sein. Und sie will weg aus Schwäbisch Gmünd, raus in die große Welt. „Am liebsten nach Berlin.“

Wo es für sie persönlich künftig hingeht, kann die Modebloggerin also noch nicht sagen. Umso klarer sieht sie die Trends in Sachen Mode: „Die Neunziger sind zurück!" Das heißt? "Der Grunge-Look kommt wieder mit weiten Flanell-Hemden und abgewetzten Jeans. Auch Jeansjacken, Jeanshemden und Hotpants sind wieder in, Hauptsache ausgefranst und Biker-Boots“, sagt sie und schlägt ihre Beine übereinander. Sie stecken in ausgefransten Jeans-Hotpants und Biker-Stiefeletten.
 



Marko Belser

26.06.2009 - aktualisiert: 13.07.2009 14:37 Uhr




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