Artikel aus der Nord-Rundschau vom 23.06.2009
Botnang. "Wer will denn seinen Nachbarn helfen? Ein jeder hat für sich zu tun", so heißt es im Faust von Goethe. Doch zum Glück gibt es Menschen, die sich für andere einsetzen. Martha Heyschmidt war gleich ein halbes Jahrhundert ehrenamtlich engagiert.Von Margret Rilling
Auch Bezirksvorsteher Wolfgang Stierle gratulierte der Jubilarin persönlich. So sei , wie er betonte, die von Martha Heyschmidt initiierte und verantwortlich aufgebaute Aktion "Botnang über 60" nach wie vor ein wichtiger Bestandteil der Gemeindearbeit und für den Stadtbezirk von großer Bedeutung. Dazu gehören ein Literaturkreis, Gymnastikgruppen, ein Schach- und Skatangebot sowie eine Wandergruppe. Bis zu ihrem 80. Geburtstag hatte Martha Heyschmidt die Gymnastikgruppe, einen Tanzkreis und eine Wandergruppe geleitet. Sehr beliebt waren auch die von ihr gestalteten bunten Nachmittage für Senioren, bei denen sie auch mit Klavierspiel zur Unterhaltung beitrug.
Weiterbildung war für die gelernte Kontoristin, die nach der Eheschließung mit dem Stuttgarter Walter Heyschmidt nach Botnang gezogen ist, immer ein wichtiges Thema: So absolvierte Martha Heyschmidt noch mit 57 Jahren eine Ausbildung zur Übungsleiterin für Gymnastikgruppen, um das notwendige Know-How für die sportlichen Aktivitäten zu haben.
Das langjährige ehrenamtliche Engagement von Martha Heyschmidt hat eine beachtliche Bandbreite. Viele Jahre war sie im Kirchengemeinderat Botnang tätig, außerdem im Vorstand des Diakonievereins Botnang aktiv. Sie engagierte sich vor allem für die Altenarbeit, unter anderem für das Karl-Wacker-Heim. Die Ökumene war ihr von jeher ein wichtiges Anliegen. Martha Heyschmidt - ihr Ehemann war Katholik, der sie bei ihrem ehrenamtlichem Engagement unterstützte - leitete unter anderem auch Gymnastikgruppen in der katholischen Akademie in Hohenheim und gestaltete dort ebenfalls bunte Nachmittage für Senioren. Auch die Aktion "Botnang über 60" war von Anfang an konfessionsübergreifend angelegt, wie Wolfgang Stierle berichtete.
1986 wurde die Jubilarin in der Schlosskapelle Solitude mit dem Kronenkreuz in Gold des Diakonischen Werkes ausgezeichnet. Beim 90. Geburtstag erzählt Martha Heyschmidt, dass ihr Vater Johannes Haag ihr als Schwaikheimer Ortsschulrat mit vielen ehrenamtlichen Tätigkeiten - unter anderem im Kirchengemeinderat - immer ein Vorbild gewesen sei. "Ich habe mich halt auch gern für andere eingesetzt und immer gern geholfen", sagt die Jubilarin. Und auch heute noch besuche sie gern ein paar "alte Leutle" im Karl-Wacker-Heim. "Es ist doch einfach schön, wenn man anderen Menschen eine Freude machen kann", sagt Martha Heyschmidt. Wie schrieb doch schon Erich Kästner: "Es gibt nichts Gutes, außer man tut es." Genau so sieht das auch die Jubilarin.
23.06.2009 - aktualisiert: 23.06.2009 06:01 Uhr
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