Stuttgart/Sevilla - Das Werk des französischen Architekten Le Corbusier wird vorerst nicht zum Welterbe der Menschheit. Dies habe das Unesco-Welterbekomitee auf seiner Sitzung im spanischen Sevilla entschieden, sagte eine Sprecherin der Stadt Stuttgart am Samstag. Stuttgart hatte sich für einen Welterbetitel für die Weißenhofsiedlung stark gemacht. Zwei der dortigen Gebäude waren gemeinsam mit weiteren Bauwerken des französischen Architekten in Frankreich, Argentinien, Belgien, der Schweiz und Japan für das Weltkulturerbe nominiert.
Leserfotos vom Weißenhof 
Die Länder könnten allerdings ihren gemeinsamen Antrag nachbessern und innerhalb der nächsten drei Jahre erneut einbringen, sagte die Sprecherin. Das Welterbekomitee habe den Antrag "überwiegend positiv beurteilt und vor allem seinen internationalen Charakter begrüßt", teilten die Stadt Stuttgart und das baden-württembergische Wirtschaftsministerium mit. Allerdings habe das Gremium auch Anregungen und Empfehlungen zur Überarbeitung gegeben. "Ziel ist es, mit einem überarbeiteten Antrag rasch die noch verbleibenden Bedenken des Welterbekomitees auszuräumen."
Leserfotos vom Weißenhof 
Der Antrag umfasst 22 architekturgeschichtlich besonders bedeutsame und gut erhaltene Bauwerke und städtebauliche Ensembles Le Corbusiers. Darunter sind die 1927 von ihm entworfenen Häuser in der Weißenhofsiedlung.
"Mit diesem Votum des Welterbekomitees haben wir unsere Chancen auf eine Welterbestätte in Stuttgart gewahrt", teilte Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (CDU) mit. Baden-Württembergs Wirtschaftsminister Ernst Pfister (FDP), der für die Welterbeanträge im Südwesten zuständig ist, sagte laut Mitteilung: "Angesichts des Umfangs unseres Antrags und seiner inhaltlichen Komplexität überrascht es mich nicht, dass das Welterbekomitee noch vertiefenden Erklärungsbedarf geltend gemacht hat."