Der Innenminister und der Oberbürgermeister wollen das Fellbacher Flatrate-Bordell Pussy-Club verbieten. Recht so. Ein Sex-Angebot, das die Frau vollends zum Stück Fleisch degradiert, das jeder Mann nach Belieben benutzen kann, ist unmenschlich und würdelos. Dass der Job größtenteils von bitterarmen Roma-Frauen aus Osteuropa bestritten wird, zeigt, wie tief dieser Abgrund ist. Das ist Ausbeutung im Stil von Sklaverei.
Von Michael Isenberg
Einen Monat, nachdem diese Zeitung erstmals über den Pussy-Club berichtet hat, scheint Fellbachs OB Christoph Palm das heikle Thema erstmals angehen zu wollen. Palms Reaktionszeit ist nicht gut, aber akzeptabel. Bei Palms Parteikollegen, dem Innenminister Heribert Rech, sind es stolze sieben Monate. So lange gibt es schon einen Pussy-Club im baden-württembergischen Heidelberg. Dabei tut Eile not: Wenn Flatrates profitabel sind - und danach sieht es in Fellbach leider aus -, werden konkurrierende Rotlichtbetriebe bald ähnliche Angebote machen.
Das geänderte Prostitutionsgesetz hat für Prostituierte etliche Verbesserungen gebracht. Doch gegen Auswüchse wie die Flatrate ist es bisher machtlos. Die Hoffnung, dass sich Freier allein von der öffentlichen Debatte um den Pussy-Club abschrecken lassen, wäre verfehlt. Ein strenges Gesetz muss her. Dringend.
04.07.2009 - aktualisiert: 04.07.2009 15:58 Uhr