Staufen - Nach immer mehr Rissen in den Gebäuden der historischen Altstadt von Staufen (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) ist erstmals die Höhe der Schäden ermittelt worden. Die Schadenshöhe liege derzeit bei 41 Millionen Euro, sagte Bürgermeister Michael Benitz am Freitag. Da sich die Erde weiter bewege, werde sich diese Summe noch erhöhen. Beschädigt seien 204 Häuser - Tendenz steigend. Die Ursache sei weiter unklar, die Anfang März begonnenen Erkundungs-Bohrungen hätten noch kein Ergebnis gebracht.
Die ersten Risse waren Ende 2007 aufgetreten. Seither hebt sich die denkmalgeschützte Altstadt im Schnitt um einen Zentimeter pro Monat. Als Ursache werden Geothermie-Bohrungen hinter dem historischen Rathaus vermutet. Beweise hierfür gibt es aber nicht.
"Die Schäden sind beträchtlich", sagte Benitz. Die Erdbewegungen konzentrierten sich auf die Altstadt. Dort mussten bereits mehrere Gebäude abgestützt werden. Damit werde ein möglicher Einsturz der Häuser verhindert. Teile des Rathauses wurden geräumt. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass bei weiteren Erdbewegungen das gesamte Rathaus geschlossen werden müsse. Zudem drohten Schäden am Gasnetz.
Die in Mitleidenschaft gezogenen Häuser sowie das Gasnetz würden regelmäßig von Experten überprüft. Für die weitere Sicherung der Gebäude und der technischen Einrichtungen müsse mit Kosten von 1,9 Millionen Euro gerechnet werden. Noch sei unklar, wann die Ursache der Risse ermittelt sei. Die Ursachenforschung sei ins Stocken geraten, nachdem es bei Bohrungen Probleme gegeben hatte.
Um die Schäden zu beheben, hat sich am Freitag eine Bürgerinitiative gegründet. Sie will versuchen, mit Hilfsaktionen Geld zu sammeln. Zudem wird erwogen, eine Stiftung zum Erhalt der historischen Altstadt zu gründen. Auch Finanzhilfen von Bund und Land werden gefordert.
"Wir werden die Menschen nicht im Regen stehen lassen, wir werden die Herausforderung annehmen", sagte Baden-Württembergs Finanzminister Willi Stächele (CDU) am Freitag. Er will sich am 23. Juli in Staufen ein Bild von den Gebäudeschäden machen.
dpa/lsw, Fotos: dpa
17.07.2009 - aktualisiert: 17.07.2009 14:23 Uhr