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Startänzer Jason Reilly bleibt!

Vielfalt im Stuttgarter Repertoire gab Ausschlag

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Foto: dpa

Stuttgart - Der Erste Solist Jason Reilly hat sein Engagement beim National Ballet of Canada abgesagt und wird weiterhin beim Stuttgarter Ballett tanzen. Im Januar hatte Jason Reilly die Rückkehr in seine kanadische Heimat angekündigt. Der Wunsch, mehr Zeit mit seiner Familie zu verbringen, hatte zu dieser Entscheidung geführt, die dem seit zwölf Jahren in Deutschland lebenden Tänzer jedoch von vornherein nicht leicht gefallen war. Für den tänzerisch enorm vielseitigen Reilly gab nun zuletzt der Reiz des großen Repertoires beim Stuttgarter Ballett den Ausschlag.

Home is where the heart is, singt Johnny Van Zant. Doch wenn ein Künstler tagtäglich dem Publikum sein Herz zu Füßen legt, dann kann es gut sein, dass er irgendwann darüber in Verwirrung gerät, wo eigentlich sein Zuhause ist. Ähnlich geht es dem Tänzer Jason Reilly.

Der Erste Solist des Stuttgarter Balletts kommt aus Toronto; nach der Ausbildung zog der heute 30-Jährige nach Stuttgart und eroberte von hier aus die Ballettwelt. Stuttgart oder Toronto? Toronto, sagte Reillys Herz im Januar, also kündigte der Tänzer in Stuttgart - am 25. Juli sollte seine letzte Vorstellung als Erster Solist des Stuttgarter Balletts sein, in Crankos "Der Widerspenstigen Zähmung". Als der Abschied näher rückte, schlug Reillys Herz immer stärker für Stuttgart - bis nun die Entscheidung fiel, sein geplantes Engagement beim kanadischen Nationalballett nicht anzutreten. "Ich habe in den letzten Monaten immer mehr verstanden, dass es einfach keine perfekte Lösung gibt, dass ich ein gewisses Maß an Zerrissenheit als Teil meiner Tänzerkarriere akzeptieren muss", sagt Jason Reilly. "Ich bin unglaublich erleichtert, dass sowohl Karen Kain als auch Reid Anderson soviel Verständnis für mich haben. Es war bestimmt nicht meine Absicht, soviel Wirbel um meine Person zu verursachen und dafür möchte ich mich bei unserem Publikum entschuldigen." In der Rolle des Petrucchio tut er das am Samstag im Opernhaus und wird, weil sein Herz für den Tanz schlägt, sich wie zu Hause fühlen. "Ich freue mich natürlich riesig, daß Jason bei uns bleibt", kommentiert Ballettintendant Reid Anderson die Entscheidung des Ersten Solisten. "Ich konnte seine Situation vor einem Jahr verstehen und ich verstehe sie auch jetzt. Jasons künstlerische Heimat ist hier beim Stuttgarter Ballett und wir alle sind glücklich, daß ihm dies so viel bedeutet."
 

Andrea Kachelrieß

21.07.2009 - aktualisiert: 21.07.2009 15:56 Uhr