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Graffiti-Ausstellung in Möhringen

Kunst aus der Sprühdose

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Graffiti-Künstler Case pflegt mit der Sprühdose einen fotorealistischen Stil.

Stuttgart - Graffiti hat einen langen Weg hinter sich: von den Straßen der Bronx in die Museen der Welt. Die Möhringer Galerie Abtart zeigt in der Ausstellung "Born under Punshes", wie facettenreich "Urban Art"-Künstler mit der Sprühdose umgehen. Wir haben uns die Kunstwerke angeschaut und Bilder mitgebracht.

Die Bewegung begann in den Straßen der Bronx. Seit Anfang der 1970-er Jahre sorgten Graffiti-Sprüher für bunte Farbtupfer in tristen New Yorker Wohnvierteln. Als Teil der Hip-Hop-Kultur führten sie einen kreativen Wettstreit. Statt mit Fäusten oder Waffen bekriegte sich die Ghettojugend mit künstlerischen Mitteln - am Mikrofon, am Plattenteller, auf der Tanzfläche oder eben mit der Sprühdose in der Hand.

Ihre Untergrund-Attitüde pflegt die Graffiti-Szene nach wie vor. Für einen Beweis ihrer Kunstfertigkeit riskieren die Sprüher Anzeigen wegen Sachbeschädigung. Der Reiz des Illegalen und der Ruhm der Straße gehören noch immer dazu.

"Graffiti ist erwachsen geworden"

Doch inzwischen hat sich Graffiti als "Urban Art" oder "Street Art" auch in der Kunst-Szene etabliert. Der Brite Banksy (seine Identität ist unbekannt) zählt zu den am meisten gefeierten Gegenwartskünstlern. "Urban Art" hängt in den großen Ausstellungsräumen der Welt. Graffiti hat also einen weiten Weg hinter sich: von der Straße ins Museum.

Auch in Stuttgart-Möhringen ist dieser Trend angekommen. Die Galerie Abtart zeigt noch bis Ende Juli in der Ausstellung "Born under Punshes" Werke der drei Street-Art-Künstler Case, Satone und Smash 137. "Graffiti ist erwachsen geworden, es gibt inzwischen einen großen Markt, der das als Kunst akzeptiert", sagt Kurator Robert Hak. "In letzter Zeit gab es Graffiti-Ausstellungen in den richtig großen Museen, das hat es vor zehn oder 15 Jahren nicht gegeben."

Die 50 Exponate in Möhringen geben einen Einblick in den Facettenreichtum der "Urban-Art"-Szene. Fotorealistische Porträts, abstrakte Landschaften oder kaligrafische Studien, jeder der drei Künstler pflegt seinen ganz eigenen Stil (siehe Bilderstrecke).

Mit der Resonanz beim Publikum ist Kurator Hak mehr als zufrieden. "Die Ausstellung kommt richtig gut an, bisher kamen mehr Leute, als wir erwartet hatten." Nur der Verkauf der Werke will nicht so recht anlaufen. Erst eins der Ausstellungsstücke konnte bisher veräußert werden. Für Hak liegt dies vor allem daran, dass viele junge Leute die Ausstellung besuchen. Und die leisten sich eben selten Kunstwerke für 1000 bis 4000 Euro.

Dabei könnte dies eine gewinnbringende Investition sein. Womöglich präsentiert sich hier ein neuer Banksy. Dessen Kunst kommt auf Auktionen für mehrere Hunderttausend Euro unter den Hammer. In London haben kunstsinnige Zeitgenossen seine Wandgemälde sogar schon aus den Fassaden gebrochen. So oder so, Graffiti ist angekommen - in der Kunstszene und über dem Kamin.

Die Finissage findet am 31. Juli um 20.00 Uhr statt. Weitere Informationen zur Ausstellung unter:
www.bornunderpunches.de
 



Marko Belser

23.07.2009 - aktualisiert: 23.07.2009 16:53 Uhr




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