Stuttgart - Beim VfB stößt die Hinhaltetaktik von Klaas-Jan Huntelaar auf immer weniger Verständnis. Womöglich steht die Wende allerdings kurz bevor: In Spanien wurde bereits die endgültige Einigung mit dem Stürmer vermeldet. Die Roten wollten dies aber nicht bestätigen.
Am Montag gab Huntelaar (25) den Roten sein Ja-Wort, seither wartet der VfB auf den erlösenden Anruf von Manager Jochen Schneider, der mit Huntelaars Berater Arnold Oosterver an der endgültigen Einigung arbeitet. So vergeht ein Tag nach dem anderen ohne Lösung. Am späten Mittwochabend schien es, als hätte der Poker ein Ende. Verschiedene spanische Medien meldeten, der Wechsel sei perfekt. „Huntelaar sagt endgültig Ja“, titelte die „Marca“ in ihrer Online-Ausgabe. Die Verantwortlichen des VfB konnten die Einigung auf StN-Nachfrage allerdings nicht bestätigen. „Wir wissen davon nichts“, sagte ein Sprecher.
Die Strategen des VfB machen deshalb zumindest nach außen auch weiter noch gute Miene – auch Horst Heldt. Allerdings ärgert sich der Manager zunehmend über den schleppenden Verlauf der Verhandlungen.
Was die Sache so schwierig macht, sind die unterschiedlichen Steuergesetze in Spanien und in Deutschland. Seit 2004 liegt der Steuersatz für Spitzenverdiener in Spanien bei 24 Prozent. In Deutschland beträgt er rund das Doppelte. Huntelaar legt zwischen Real und dem VfB offenbar pro Saison einen Differenzbetrag von 1,2 Millionen Euro zugrunde. Bezogen auf seine restliche Vertragslaufzeit von vier Jahren macht das unterm Strich knapp fünf Millionen Euro. Real Madrid lehnt es bisher ab, Huntelaar eine Abfindung zu zahlen.